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Ehemaliger Banker Paul Mora wird jetzt mit internationalem Haftbefehl gesucht

Nachdem das Landgericht Wiesbaden bereits einen Haftbefehl erlassen hatte, wird der ehemalige Investmentbanker Paul Mora nun international zur Fahndung ausgeschrieben. So will ihn das Gericht doch noch zu einer Verhandlung in Deutschland zwingen.

Fahndungsaufruf auf eumostwanted.eu | Foto: eumostwanted.eu

Die nächste Eskalationsstufe in der Aufarbeitung der Cum-Ex-Aktiendeals vor Gericht ist genommen: Das Bundeskriminalamt und die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt haben heute Paul Mora international zur Fahndung ausgeschrieben.

Der frühere Investmentbanker soll eigentlich ab März vor dem Landgericht Wiesbaden auf der Anklagebank Platz nehmen. In dem Prozess geht es um Geschäfte rund um den Dividendenstichtag, die der 2013 verstorbene Milliardär Rafael Roth über die Hypovereinsbank (HVB) abgewickelt hatte.

Dabei ließen sich die Beteiligten die einmal erstattete Kapitalertragssteuer mehrfach vom Fiskus erstatten. Moras Verfahren war von dem gegen den Steueranwalt Hanno Berger und anderen Angeklagten abgetrennt worden.

Kein faires Verfahren in Deutschland

Der Neuseeländer Mora, der wieder in seiner Heimat lebt, weigert sich allerdings bislang ebenso wie Berger, dem Prozess in Deutschland beizuwohnen. Bislang hatte Mora in Presseberichten seine Weigerung damit begründet, ihm werde in Deutschland kein "faires Verfahren" gemacht.

Wegen seiner Weigerung hatte das Landgericht Weisbaden bereits einen Haftbefehl gegen ihn erlassen. Nun folgt der internationale Fahndungsaufruf als nächste Konsequenz. Die Verfahrensmaßnahme wurde vom Landgericht Wiesbaden beschlossen, um den Angeklagten doch noch zur Teilnahme an dem Prozess zu zwingen. Ob man damit aber die Auslieferung Moras bewerkstelligen kann ist ungewiss, da es zumindest kein Ausleiferungsabkommen mit Neuseeland gibt.

113 Mio Euro vom Staat erbeutet

Laut Fahndungsaufruf ist der einst gefeierter "Rainmaker" am London-Desk der Hypo-Vereinsbank (HVB) "dringend verdächtig", in den Jahren 2006 bis 2008 in seiner Funktion als Abteilungsleiter der Bank mit "weiteren Bankmitarbeitern sowie einem Rechtsanwalt und Steuerberater" für einen Investor sogenannte Cum-Ex-Geschäfte geplant und durchgeführt zu haben.

"Den wahren Hintergrund der Geschäfte soll der Angeklagte Mora bankintern mittels eines Täuschungssystems verschleiert haben", heißt es in dem öffentlichen Fahndungsaufruf. Die Transaktionen sollen zu einer Erstattung der Kapitalertragsteuer in Höhe von über 113 Millionen Euro geführt haben, ohne dass dem ein entsprechender Steuereinbehalt gegenüberstand.

Laut Recherchen des Handelsblatt soll Mora mit den Cum-Ex-Geschäften mehr als 1 Mio. Euro im Jahr verdient haben. Die Summe soll sich sogar noch vervielfacht haben, als Mora die HVB verlassen hatte, und in der Folge die Geschäfte über seine Firmen Ballance und Arunvill selbstständig aufzog.

Sein Name ist in zwei Cum-Ex-Prozessen vor dem Landgericht Bonn schon häufig gefallen. Denn auch die M.M. Warburg, deren Cum-Ex-Deals dort Thema sind, gehörte zu seinen Kunden.

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