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IDnow prüft jetzt nach den Regeln des Geldwäschegesetzes

Der Identitätsdienstleister macht seine KI-Lösung in Deutschland GwG-konform. Zu den Kunden gehören die Commerzbank, N26 und die Solarisbank.

Andreas Bodczek, CEO von IDnow | Foto: IDnow

IDnow erweitert seine Identitätsprüfung um eine neue Funktion für Unternehmen aus der Banken- und Finanzbranche: Autoident, die hauseigene KI-(Künstliche Intelligenz) Lösung, wird GwG-konform, prüft Identitätsdaten künftig also nach dem deutschen Geldwäschegesetz.

Hierdurch können Kunden einen schnelleren Prozess und damit ein besseres Nutzererlebnis unter Gewährleistung hoher Sicherheits- und Regulierungsstandards anbieten.

Andreas Bodczek, CEO, IDnow

"Hierdurch können Kunden einen schnelleren Prozess und damit ein besseres Nutzererlebnis unter Gewährleistung hoher Sicherheits- und Regulierungsstandards anbieten", sagt Andreas Bodczek, CEO von IDnow, in einer Mitteilung.

Bodczek verspricht sich viel von der neuen Option. Ihm zufolge wurde das neue Prüfverfahren so aufgesetzt, dass es sich mit anderen Funktionen der IDnow-Plattform kombinieren lässt, etwa mit eSign, dem Add-on für die digitale Vertragsunterzeichnung. Auf diese Weise, heißt es, wären auch Anwendungen wie die Aufnahme eines Konsumentenkredits vollständig digital möglich. Das Potenzial: Allein in Europa arbeitet IDnow aktuell für mehrere hundert Finanzunternehmen, die UBS zum Beispiel, dazu die Commerzbank, N26 und die Solarisbank.

Zertifizierung für QES innerhalb der EU

Autoident automatisiert die Identifizierung von Personen mit Hilfe von KI-Methoden. Die Erweiterung, die jetzt in den Betrieb geht, wird mit einer sogenannten qualifizierten elektronischen Signatur (QES) und einer symbolischen Ein-Cent-Überweisung gekoppelt.

Laut IDnow wird Autoident damit zu einer vollständig rechtskonformen Remote-Onboarding-Lösung gemäß §12 Satz 1 Nr. 3 des Geldwäschegesetzes. Bereits seit Mai 2021 sei sie mit QES im Rahmen einer Konformitätsbewertung zertifiziert und von den nationalen Regulierungsbehörden der EU-Mitgliedstaaten für die Identifizierung zur Ausstellung von QES gemäß der eIDAS-Verordnung zugelassen.

Expansion durch Zukäufe

Zuletzt ist das Unternehmen vor allem durch Zukäufe aufgefallen. Erst vor kurzem gab IDnow einen mittleren bis hohen zweistelligen Millionenbetrag aus, Ariadnext übernehmen. Wie berichtet, hat sich der 2010 gegründete französische Dienstleister auf die sogenannte Remote-Verifizierung und die Erstellung von digitalen Identitäten spezialisiert.

Bereits 2020 griff das Unternehmen auch bei Wirecard zu, als sich nach der Insolvenz die Gelegenheit dazu bot. Der Leipziger Standort - die Wirecard Communication Services - gehört seit September zu IDnow (IDnow Services GmbH). Erst wenige Monate zuvor war Identity Trust Management aus Düsseldorf neu hinzugekommen.  

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