EZB könnte Anleihekäufe 2022 komplett einstellen, sagt Robert Holzmann

Österreichs Notenbankgouverneur bezog sich in einer Rede nicht nur auf das Corona-Notprogramm PEPP, sondern auch auf das APP-Programm.
Robert Holzmann, Gouverneur, OeNB | Foto: Österreichische Nationalbank
Robert Holzmann, Gouverneur, OeNB | Foto: Österreichische Nationalbank
DPA, Erhard Krasny

Die Europäische Zentralbank (EZB) könnte ihre Wertpapierkäufe nach Ansicht des österreichischen Notenbankchefs Robert Holzmann bereits im nächsten Jahr komplett einstellen.

Sollte die Inflation nachhaltig dem EZB-Ziel entsprechen, könnten die Käufe im Herbst oder gegen Ende 2022 beendet werden, sagte Holzmann am späten Mittwochabend in London.

Ende von PEPP und APP denkbar

Holzmann bezog seine Äußerung nicht nur auf das 1,85 Billionen Euro schwere Corona-Kaufprogramm PEPP, das nach derzeitigen Planungen bis mindestens Ende März 2022 laufen soll, sondern auch auf das allgemeine Wertpapierkaufprogramm APP.

In der EZB gibt es derzeit Überlegungen, ob ein Teil des möglicherweise nicht benötigten Volumens oder einige Eigenschaften von PEPP nach dessen Ende auf APP übertragen werden. Holzmann, der als Verfechter einer straffen Geldpolitik gilt, lehnt derartige Überlegungen ab.

Derzeit liegt die Inflation im Euroraum klar über dem mittelfristigen EZB-Ziel von zwei Prozent. In Deutschland ist die Inflationsrate nach vorläufigen Schätzungen von Destatis im Oktober auf 4,5 Prozent gestiegen, der stärkste Anstieg seit August 1993.

LBBW-Chef warnt vor weiter hochschießender Inflation 

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