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Société Générale kündigt Abbau von 3700 Stellen an

Der Stellenabbau soll über Fluktuation bis 2025 erreicht werden. Betriebsbedingte Kündigungen sind nicht geplant.

Foto: picture alliance / Hans Lucas | Fiora Garenzi

Die französische Großbank Société Générale stellt ihr Privatkundengeschäft neu auf und will dabei mehrere tausend Stellen streichen. Insgesamt sollen zwischen 2023 und 2025 rund 3700 Arbeitsplätze wegfallen, teilte Frankreichs drittgrößte börsennotierte Bank am Dienstag mit.

Filialnetze zusammenlegen

Die Bank hatte bereits im vergangenen Jahr angekündigt, das Filialnetz der Société Générale und der Tochter Credit du Nord zusammen zu legen. Entstehen soll ein Institut mit einem gemeinsamen Zweigstellennetz, einem Hauptsitz sowie einem einheitlichen IT-System. "Wir wollen einen neuen Champion im französischen Markt schaffen, der zehn Millionen Kunden betreut", kündigte Société-Générale-Manager Sebastien Proto an. Angepeilt wird ein Netzwerk von rund 1450 Filialen.

Neben Abbau auch Einstellungen

Der Stellenabbau soll über Fluktuation erreicht werden - betriebsbedingte Kündigungen seien nicht geplant. Ziel sei, das neu aufgestellte Privatkundengeschäft 2025 mit etwa 25.000 Beschäftigten zu betreiben, erklärte die Bankengruppe. Jährlich sollen über die Fluktuation etwa 1500 Mitarbeiter jährlich bis 2025 die Bank verlassen.

Parallel jedoch sollen im Zuge der Transformation jährlich Einstellungen in erheblicher Zahl erfolgen, nachdem bis Ende 2021 vorgesehen sei, im französischen Privatkundengeschäft 1400 Mitarbeiter mit unbefristeten Verträgen einzustellen, heißt es weiter.

Wie auch anderen Finanzkonzernen setzen Société Générale die ultraniedrigen Zinsen und ein scharfer Wettbewerb zu. Dazu kommt der Markteintritt neuer Konkurrenten und die Digitalisierung des traditionellen Bankgeschäfts, die sich durch die Corona-Pandemie noch einmal beschleunigt hat.

Auch andere europäische Großbanken bauen Stellen ab. So hatte etwa die niederländische ING Ende letzten Jahres angekündigt, dass 1000 der 53.000 Angestellten das Institut bis Ende 2021 verlassen.

Bei Danske Bank war vor rund einem Jahr bekannt geworden, dass der Marktführer in Dänemark über einen Zeitraum der kommenden sechs bis zwölf Monate bis zu 1600 Stellen streichen wird. In diesem Fall ist die Hamburger Filiale betroffen, die voraussichtlich Mitte 2022 dicht gemacht wird.

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