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ING verdient viel weniger als 2019, plant Personaleinsparungen

Der neue ING-CEO drückt der Großbank seinen Stempel auf und legte bei der Präsentation der Geschäftszahlen ein Kapital-Update vor.

Steven van Rijswijk, CEO der ING Group | Foto: Steven van Rijswijk, CEO of ING Group

Die niederländische ING Group hat im dritten Quartal 2020 deutlich weniger verdient als noch im Vorjahreszeitraum, konnte unterjährig aber zulegen.

Das Vorsteuerergebnis lag im 3. Quartal bei 1,2 Mrd. Euro. Das entspricht über 40 Prozent des bisherigen Gesamtjahrergebnisses in Höhe von 2,76 Mrd. Euro. Im Vergleich zum dritten Quartal 2019 steht allerdings ein Minus von 37,0 Prozent.

Rückblickend betrachtet waren die Ergebnisse von ING im dritten Quartal widerstandsfähig, mit gestiegenen Gebühreneinnahmen aus diversifizierten Einkommensquellen, verbunden mit einer guten Kostenkontrolle und niedrigeren Risikokosten.

Steven van Rijswijk, CEO der ING Group

Und auch das Nettoergebnis ist eingebrochen: von 1,34 Mrd. Euro auf nun 788 Mio. Euro. Mit dem Ergebnis verfehlte die Bank die Erwartungen von Experten.

"Rückblickend betrachtet waren die Ergebnisse von ING im dritten Quartal widerstandsfähig, mit gestiegenen Gebühreneinnahmen aus diversifizierten Einkommensquellen, verbunden mit einer guten Kostenkontrolle und niedrigeren Risikokosten", kommentierte Steven van Rijswijk, CEO der ING Group, die vorgelegten Geschäftszahlen.

Das Kosten-Ertragsverhältnis stieg weiter auf nun 61 Prozent. Im Vorquartal stand sie bei 58,9 Prozent, vor einem Jahr sogar noch bei 52,7 Prozent. Zwar blieben die Personalkosten mit 1,43 Mrd. Euro nahezu stabil, aber die Sachaufwendungen waren von 872 Mio. auf 1,07 Mrd. Euro gestiegen.

Geographisch "vereinfachen", Personal einsparen

Der erst seit Juli amtierende Chef der niederländischen Großbank kündigte außerdem einige Veränderungen an: "Das herausfordernde externe Umfeld erfordert jedoch, dass wir in Bezug auf das 'Wie' und 'Wo' der Umsetzung unserer Think Forward-Strategie flexibel bleiben."

Das herausfordernde externe Umfeld erfordert jedoch, dass wir in Bezug auf das 'Wie' und 'Wo' der Umsetzung unserer Think Forward-Strategie flexibel bleiben.

Steven van Rijswijk, CEO der ING Group

Die Neuausrichtung solle dafür sorgen Kunden schneller zu beliefern und "eine sich ständig verbessernde durchgängige digitale Kundenerfahrung zu gewährleisten".

Um Personal einzusparen werde die geographische Präsenz "vereinfacht", sagte van Rijswijk. "Dazu gehört auch die Schließung unserer Niederlassungen in Südamerika und einiger Büros in Asien, während wir die internationalen Bedürfnisse der Kunden weiterhin von unseren regionalen Hubs aus bedienen."

Insgesamt sollen 1000 der aktuell 53.000 Angestellten das Institut bis Ende 2021 verlassen.

Kapital-Update

Desweiteren wurde mit 12,5 Prozent ein neues CET1-Ziel festgelegt. Die aktuelle Kernkapitalquote steht bei 15,3 Prozent. Das abgesenkte Ziel erklärte die Bank mit Unsicherheiten ob der Corona-Pandemie.

Und es gibt weitere Neuerungen: "Wir führen auch eine neue Ausschüttungspolitik ein, die eine 50-prozentige Auszahlungsquote eines belastbaren Nettogewinns in Form von Bargeld oder einer Kombination aus Bargeld und Aktienrückkäufen vorsieht. Wir glauben, dass dies eine nachhaltige und attraktive Rendite bietet, und wir werden regelmäßig prüfen, ob ING über strukturelles überschüssiges Kapital verfügt, das an die Aktionäre zurückgezahlt werden kann."

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