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Sparkassen-Finanzgruppe sucht Käufer für Berlin Hyp und Berliner Sparkasse

Die Sparkassen suchen einen Käufer für ihre Berliner Institute. Die Holding, zu der die Berliner Sparkasse und die Berlin Hyp gehören, soll laut Medienberichten aufgelöst werden. Private Banken und Private-Equity-Gesellschaften sollen nicht zum Bieterprozess eingeladen worden seien.

Logo der Sparkassen auf dem auf dem Dach des Alexanderhauses in Berlin | Foto: picture alliance / dpa | Marc Tirl

Die Sparkassen-Finanzgruppe plant, die Landesbank Berlin Holding aufzulösen und prüft den Verkauf der Tochtergesellschaften Berliner Sparkasse und Berlin Hyp.

Aufgrund von aufsichtsrechtlichen Änderungen hätten die Anteilseigner der Landesbank Berlin Holding beschlossen, ein Fortbestehen der Holding als Gruppeninstitut zu überprüfen“, hieß es dazu am Montagabend aus dem Deutschen Sparkassen- und Giroverband (DSGV).

"Ziel der Auflösung der Gruppe ist es, die jeweilige wirtschaftliche und strategische Eigenständigkeit der heute in der Holding gebündelten Berliner Sparkasse einerseits und der Berlin Hyp andererseits zu stärken", so ein DSGV-Sprecher zu Bloomberg. Vor allem die hohen regulatorischen Kosten sollen der Grund für die Auflösung der komplexen Holding-Struktur sein.

Erste Angebote von Helaba und LBBW

Der DSGV hat laut Bloomberg die Beratungsgesellschaft PWC damit beauftragt, Käufer für die Berlin Hyp zu finden. Die Landesbanken Helaba und LBBW sollen bereits vorläufige Gebote abgegeben haben, private Banken und Private-Equity-Gesellschaften sollen nicht zum Bieterprozess eingeladen worden seien. Verbindliche Angebote werden bis Oktober erwartet.

Inwieweit die Pläne mit dem vieldiskutierten Aufbau eines Sparkassen-Zentralinstituts in Verbindung stehen könnten, ist nicht bekannt. Die Berlin Hyp verfügt derzeit über rund 600 Mitarbeitern und verfügte zum Halbjahr 2021 über eine Bilanzsumme von 35,4 Mrd. Euro.

Die Landesbank war im Jahr 2007 vom DSGV übernommen worden, um die Rettung der damaligen Bankgesellschaft Berlin zu ermöglichen, die aufgrund eines Immobilienskandals in Schwierigkeiten geraten war. Die Sparkassen-Finanzgruppe zahlte damals 5,5 Mrd. Euro für die Mehrheit an der Landesbank Berlin und baute ihren Anteil später auf 100  Prozent aus. Damit sollte auch ein Einstieg privater Investoren verhindert werden.

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