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Bezahlen geht jetzt auch mit dem kleinen Finger

Ein schwedisches Startup bringt einen Ring auf den Markt, mit dem sich kontaktlos bezahlen lässt. Die Nutzung ist über eine Brückenlösung auch in Deutschland möglich. Unterstützende Banken sind aber noch nicht an Bord.

Der Ring von Tapster ermöglicht kontaktloses Bezahlen | Foto: Tapster

Das schwedische Startup Tapster hat einen Ring auf den Markt gebracht, mit dem sich kontaktlos bezahlen lässt. Das Gadget ist der jüngste Neuzugang unter den sogenannten Wearables, die Smartphone oder Plastikkarte am Kassenterminal ersetzen.

Wir sehen in unserem Ring ein riesiges Potenzial. Der Ring ist sicher, einfach zu benutzen und man kann ihn überall hin mitnehmen. Außerdem ist er wasserdicht, was perfekt für den Sommer ist.

Tobias Ericsson, CEO und Co-founder von Tapster

"Wir sehen in unserem Ring ein riesiges Potenzial. Der Ring ist sicher, einfach zu benutzen und man kann ihn überall hin mitnehmen. Außerdem ist er wasserdicht, was perfekt für den Sommer ist", sagte Tobias Ericsson, CEO und Co-founder von Tapster, das 2020 gegründet wurde.

Ring, Uhren, Schlüsselanhänger

Der Ring ergänzt Tapsters Sortiment von Wearables, wie Uhren und Schlüsselanhänger, mit denen sich kontaktlos bezahlen lässt.

Tapster nutzt, wie andere Unternehmen auch, die Technologie des schwedischen Fintechs Fidesmo, das 2013 von zwei ehemaligen Mitarbeitern des Telekommunikationsausrüsters Ericsson gegründet wurde. Ulrich Dreefs, Mitglied der Fisdesmo-Geschäftsleitung, hatte Ende vergangenen Jahres den Ring bereits angekündigt und den Nutzen von Wearables beim Bezahlen umschrieben.

Bezahlen Sie doch einfach mit Ihrem Ring, Ihrem Armband oder Ihrer Uhr, sagt Ulrich Dreefs

Größter Vorteil ist, dass die Wearables, beispielsweise auch Armbänder oder Stifte, passiv am Bezahlterminal funktionieren, also im Gegensatz zu Smartphone oder Smartwatch nicht aufgeladen werden müssen und somit auch kein Akku haben.

Verbaut ist indes ein NFC Chip, der eine Kreditkarte tokenisiert. Neu an dem Ring von Tapster ist aber, dass sowohl eine Mastercard als auch eine Visa-Debitkarte auf den Ring geladen werden können.

In Schweden sind fünf Banken mit an Bord

In Deutschland dürfte das indes -zumindest noch- keine praktische Auswirkung haben. Denn anders als in Schweden, wo gleich fünf Banken, darunter die SEB und Nordea, die Fidesmo Pay-Technik direkt unterstützen, bedarf es hierzulande einer Brückenlösung.

Zur Nutzung des Rings und anderer Wearables, die auf der Technologie von Fidesmo beruhen, braucht es die App Vimpay, hinter dem technologisch das bayerische Fintech Petafuel steht, während Paycenter ein von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistung reguliertes deutsches E-Geld-Institut ist.

App-basierte Lösung

Die App-basierte Lösung generiert virtuelle Mastercard-Debitcards, die auf den Wearables eingesetzt werden können. Die Wallet müssen Nutzer zuvor per Überweisung von dem Girokonto bei ihrer Hausbank aufladen. In der Basis-Version ist die Nutzung von Vimpay kostenfrei. Wer allerdings mehrere Wearables benutzen will, etwa ein Armband und einen Ring, muss dafür monatlich ab zwei Euro entrichten.

Dreefs zeigte sich im Gespräch mit FinanzBusiness aber zuversichtlich auch in Deutschland Banken an Bord holen zu können. Zumal auch in Deutschland, angeschoben von der Corona-Pandemie, das kontaktlose Bezahlen immer populärer wird.

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