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Neugeschäft von Grenke im zweiten Quartal 2020 verharrt auf Niveau des Vorjahres

Die Anzahl der Neuverträge lag im Zeitraum von April bis Juni erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie über dem Niveau des Vorjahresquartals.

Sebastian Hirsch, Finanzvorstand von Grenke | Foto: Grenke AG

Das Neugeschäft des Finanzierungsdienstleisters Grenke verharrte im zweiten Quartal auf dem Niveau des Vorjahresquartals. So war das Leasing-Neugeschäft mit rund 399 Mio. Euro leicht rückläufig, nach 402 Mio. Euro im Vorjahresquartal, wie Grenke am Freitag mitteilte.

Wenn wir uns die vergangenen Monate anschauen, dann sehen wir, es geht jetzt wieder bergauf. Gleichwohl befinden wir uns weiterhin in einem von der Pandemie geprägten Marktumfeld.

Sebastian Hirsch, Finanzvorstand, Grenke

"Wenn wir uns die vergangenen Monate anschauen, dann sehen wir, es geht jetzt wieder bergauf. Gleichwohl befinden wir uns weiterhin in einem von der Pandemie geprägten Marktumfeld", sagte Finanzvorstand Sebastian Hirsch in der Mitteilung.

Anfragen und Neuverträge über Vorjahresquartalswerten

Die Anzahl der Neuverträge stieg im zweiten Quartal 2021 um 11,3 Prozent auf 56.078 und lag dabei erstmals seit Ausbruch der Corona-Pandemie wieder über dem Niveau des Vorjahresquartals. Das entspricht einer Umwandlungsrate von 48 Prozent. Dem standen 117.387 Leasinganfragen gegenüber. Somit stiegen auch die Anfragen verglichen zum Vorjahresquartal mit damals 111.934 Anfragen.

Die Deckungsbeitragsmarge 2 des Leasingneugeschäfts stieg im gleichen Zeitraum auf 18,1 Prozent nach 17,5 Prozent im Vorjahresquartal. Zur Begründung verwies Grenke auf das sogenannte Small-Ticket-Geschäft, womit Leasingverträge im Volumen zwischen 500 und 25.000 Euro bezeichnet werden.

Finanzvorstand Hirsch erklärte in einem Interview mit dem Finance-Magazin die Berechnug des Deckungsbeitrags 1 und 2: "Der Deckungsbeitrag 1 ist die Zinsmarge, also Zinserträge minus Zinskosten. Beim Deckungsbeitrag 2 rechnen wir noch die Verwertungserlöse nach Ende der Verträge sowie die Erlöse aus dem Servicegeschäft hinzu und ziehen die Risikokosten ab. Das ist gewissermaßen unsere Rohmarge vor Kosten, aber nach Risiko. Davon ziehen wir dann unsere Kosten ab, also Personalkosten, Marketing, Vertrieb und so weiter."

Factoring wächst zweistellig

Im Factoringneugeschäft erzielte Grenke im Berichtsquartal mit einem angekauften Forderungsvolumen von 175,2 Mio. Euro ein Wachstum von 23,7 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode (Q2 2020: 141,7 Mio. Euro). Der Zuwachs beruhte laut Grenke insbesondere auf der starken Performance in Deutschland (+33,3 Prozent auf 56,4 Mio. Euro).

Revolvierende Kreditfazilität über 250 Mio. Euro

Zudem teilte Grenke mit, der Grenke-Konzern habe am 30. Juni mit sieben Kernbanken eine syndizierte revolvierende Kreditfazilität mit einem Gesamtvolumen von 250 Mio. Euro unterzeichnet. Die Fazilität läuft zwei Jahre und enthält Möglichkeiten zur Verlängerung für bis zu zwei weitere Jahre.

Nach den Bilanzmanipulationsvorwürfen des Shortsellers Fraser Perring hatte Grenke im Mai das uneingeschränkte Testat für den Jahres- und Konzernabschluss 2020 vom Wirtschaftsprüfer KPMG erhalten.

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Im August folgt Michael Bücker als CEO auf Antje Leminsky, die ihren Rücktritt im Juni überraschend bekanntgegeben hatte.

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