FinanzBusiness

Im Moment müssen wir nicht viel Werbung für den Fonds machen, sagt Patrick Karb

Der Geschäftsführer von Hauck & Aufhäuser Innovative Capital spricht mit FinanzBusiness über den Erfolg des Kryptofonds HAIC Digital Asset Fund I - und wie es zu der Idee kam.

Patrick Karb, Geschäftsführer von Hauck & Aufhäuser Innovative Capital | Foto: Hauck & Aufhäuser

Immer mehr Menschen interessieren sich für Bitcoin und andere Cyberwährungen, seit diese von einem Allzeithoch zum anderen rasen.

Zuletzt hat die starke Nachfrage nach Kryptowährungen die Marktkapitalisierung für alle Digitalwährungen weit über die Marke von zwei Billionen US-Dollar steigen lassen, wobei laut Daten des Marktbeobachters Coingecko allein 1,098 Billionen auf die bekannteste Cyberwährung Bitcoin entfallen.

Dabei erfasst die neue Krypto-Euphorie auch institutionelle Investoren. Ihnen baut Patrick Karb, Geschäftsführer von Hauck & Aufhäuser Innovative Capital, eine Brücke in die neue Krypto-Welt. Im Januar hat die Privatbank gemeinsam mit dem Berliner Fintech Kapilendo den Kryptowährungsfonds HAIC Digital Asset Fund I aufgelegt. Dazu hat die Bank die Asset-Management-Tochter Hauck & Aufhäuser Innovative Capital gegründet.

Projektbeginn vor zwei  Jahren

"Vor zwei Jahren haben wir begonnen, uns mit dem Thema zu befassen, als gerade die Distributed-Ledger-Technologie (DLT) stark gehyped wurde", sagt der Manager, der bei Hauck & Aufhäuser zudem strategische Projekte des Bankhauses im Bereich der Krypto- und Blockchain-Technologie betreut, FinanzBusiness.

"Damals war ich noch in der Unternehmensentwicklung tätig und wir haben das Thema DLT analysiert", schildert Karb den "Werdegang" der Idee. "Es gab dann glücklicherweise viel Rückenwind vom Eigentümer der Bank und auch der Vorstand war sehr aufgeschlossen für unsere Analyse und die Idee, wie man institutionelle Kunden an das Thema heranführt."

Es sei ganz klar gewesen, dass man sich über kurz oder lang mit der Technologie befassen müsse, wenn das Bankhaus als Dienstleister im Bereich Fondsservices sein Angebot noch zukunftsfähiger gestalten wolle, so Karb.

Ein Brücke für institutionelle Kunden

"Gerade ansonsten sensible institutionelle Kunden sind leichter zu überzeugen, wenn die Umgebung, die sie vorfinden, eine gewohnte ist", erklärt Karb die Strategie, Bestandskunden an das neue Thema heranzuführen. "Sie würden eher ungern oder nur mit Argwohn selbst Direktinvestitionen in Kryptowährungen an irgendeiner internationalen Börse tätigen. Aber die Fondsstruktur ist ein Produkt, das sie kennen und das entsprechende Vertrauen bietet", schildert Karb FinanzBusiness.

Gerade ansonsten sensible institutionelle Kunden sind leichter zu überzeugen, wenn die Umgebung, die sie vorfinden, eine gewohnte ist

Patrick Karb, Geschäftsführer von Hauck & Aufhäuser Innovative Capital

Anfang 2020 hat das Bankhaus dann beschlossen: Wir wagen einen Piloten, wie man Kryptofonds marktfähig machen könnte. "Im Moment müssen wir nicht viel Werbung für den Fonds machen, die Investoren zeigen bereits großes Interesse", erzählt Karb zu dem bisherigen Erfolg des im Januar gestarteten Fonds.

Dabei sei das Feld der Interessenten gespreizt "von Anfragen über Beteiligungen von 50 Mio. Euro bis hin zum kleinen Sparplan", sagt Karb. Darunter seien Pensionsfonds, MDax-Unternehmen, die das Investment u.a. als Liquiditätsersatz sehen aber auch Family Offices.

Rund 90 Prozent der Investoren ist opportunistisch auf uns zugekommen, obwohl der Fonds erst einmal keine Performance-Historie aufweisen kann. Für sie steht offensichtlich das Potenzial im Fokus, was unter anderem eine Folge des starken Bitcoin-Kurses ist.

Patrick Karb, Geschäftsführer von Hauck & Aufhäuser Innovative Capital

"Rund 90 Prozent der Investoren ist opportunistisch auf uns zugekommen, obwohl der Fonds erst einmal keine Performance-Historie aufweisen kann. Für sie steht offensichtlich das Potenzial im Fokus, was unter anderem eine Folge des starken Bitcoin-Kurses ist."

Bei Hauck & Aufhäuser setzt man auf Sicherheit und handelt beispielsweise nicht direkt über ausländische Kryptobörsen, wenn diese keine ausreichende Zulassung in Deutschland haben. So könne man auch das Risiko für Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung minimieren, meint Karb. Daher wird der Handel über das Bankhaus Scheich abgewickelt.

Finoa und Bankhaus Scheich bieten professionellen Handel mit Krypto-Assets an 

Nächster Schritt: Service für Digitale Assets

"Das Anlageprodukt für Investoren ist aber nur der erste Schritt. Unsere mittelfristige Strategie ist, ein Setup zu schaffen, das Asset Manager und Initiatoren als One-Stop-Shop für Kryptofonds und für Servicedienstleistungen von Digital Asset nutzen können - denn das gibt es so noch nicht. Als Service-Plattform-Anbieter werden wir Fonds-Initiatoren die Möglichkeit bieten, ihre eigenen Krypto-Fonds aufzulegen", so Karb. Die Entwicklung dieser Plattform sei auch ein wesentliches Ziel für 2021.

Europäische Regulierung im Blick

"Einschlägige Studien erwarten bis 2027 mindestens zehn Prozent des globalen GDPs tokenisiert bzw. auf einer Blockchain-Technologie basierend", so Karb. "Daher warten wir auch gespannt auf das neue Gesetz zu Elektronischen Wertpapieren. Die Umsetzung wird als Wegweiser für die zukünftige Entwicklung elektronischer bzw. tokenisierter Assets in Deutschland angesehen“

Zudem hat man die europäische Verordnung "Markets in Crypto Assets (MiCA)" im Blick. "Die wird vermutlich so in zwei Jahren zu einer strengeren, aber einheitlichen Regulierung von Krypto-Assets führen. Wer allerdings dann erst den ersten Schritt in diesen Bereich macht, wird es schwerer haben, Anschluss an den Markt zu halten."

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