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Wirecard-Untersuchungsausschuss engagiert Wambach als Sonderermittler

Der Wirtschaftsprüfer soll Akten von EY aus den Jahren 2014 bis 2020 sichten. Er ist G​eschäftsführender Partner und Chief Digital Officer bei Rödl & Partner.

Martin Wambach | Foto: Rödl & Partner

Der Untersuchungsausschuss zum Milliarden-Bilanzskandal bei Wirecard beruft einen Sonderermittler, um Akten der Wirtschaftsprüfer EY auszuwerten. Die Obleute des Ausschusses verständigten sich am Mittwoch auf Martin Wambach, wie die Deutschen Presse-Agentur erfuhr. Zuvor hatte die "Wirtschaftswoche" darüber berichtet.

Wambach ist selbst Wirtschaftsprüfer und geschäftsführender Partner einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft mit weltweit gut 5000 Mitarbeitern. Er ist seit 2019 zudem im Vorstand des Instituts der Wirtschaftsprüfer in Deutschland sowie Stellvertretender Vorsitzender des Instituts der Rechnungsprüfer Deutschland (IDR).

Zehntausende Dokumente sind zu prüfen

Der Sonderermittler soll den Bundestagsabgeordneten helfen, die von EY zur Verfügung gestellten Akten zu sichten und zu bewerten. Diese Akten seien schwer zu überblicken, hatten Abgeordnete zuvor kritisiert.

Es geht um mehrere zehntausend Dokumente aus den Jahren 2014 bis 2020, in denen EY das damals aufstrebende Fintech Wirecard geprüft hatte. EY steht in der Kritik, weil die Wirtschaftsprüfer die Wirecard-Bilanzen jahrelang uneingeschränkt testierten und den mutmaßlichen Betrug offenkundig nicht bemerkten.

Mitte Februar hatte der Bundesgerichtshof den Weg für eine erneute Zeugenbefragung der EY-Partner durch den Untersuchungsausschuss frei gemacht, nachdem sich diese bei einem ersten Termin an vielen Stellen auf ihre Schweigepflicht als Wirtschaftsprüfer berufen hatten. Die Prüfer sollen voraussichtlich am 19. März erneut geladen werden.

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