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Volksbank Emmerich-Rees verlangt ab 25.000 Euro Strafzinsen

Das berichten verschiedene regionale Medien. Das genossenschaftliche Institut geht damit deutlich weiter als die meisten Wettbewerber. Zu den Beweggründen will sich die Bank nicht äußern.

Das Pegelhaus an der Rheinpromenade von Emmerich. | Foto: picture alliance / imageBROKER | S. Plate

Die Volksbank Emmerich-Rees führt Negativzinsen bereits für Guthaben ab 25.000 Euro ein. Das berichtet die Neue Ruhr Zeitung (NRZ).

Damit geht das genossenschaftliche Institut am Niederrhein deutlich weiter als viele andere Banken und Sparkassen. Diese räumen ihren Kunden zumeist ein Freibetrag von 100.000 Euro, ehe sie Verwahrentgelte erheben.

Fast 200 Kreditinstitute geben Negativzinsen an Sparer weiter 

Die NRZ beruft sich in ihrer Berichterstattung auf ein Schreiben, das die Volksbank-Emmerich Rees an ihre Kunden verschickt hat. Die neuen Verwahrentgelte sollen demnach ab dem 1. April greifen.

So wird ab einem Guthaben von 25.000 Euro auf dem Girokonto ein Strafzins von 0,4 Prozent fällig. Und die Volksbank die im Ranking (Stand Ende 2019) Platz 288 der damals 839 genossenschaftlichen Institute belegt, geht noch weiter.

Höhere Negativzinsen als die EZB

So werden laut dem Bericht für Guthaben ab 100.000 Euro auf dem Girokonto 0,6 Prozent berechnet, ab einem Kontostand von mehr als 500.000 Euro sogar 0,7 Prozent.

Damit berechnet die Volksbank Emmerich-Rees ihren Kunden sogar höhere Verwahrentgelte als sie selbst an die Europäische Zentralbank (EZB) zahlt, wenn sie überschüssige Liquidität bei der Notenbank parkt. Der Zinssatz der EZB für die Einlagefazilität beträgt seit September 2019 minus 0,5 Prozent. Zudem können Institute gewisse Freibeträge bei der Notenbank für geparktes Geld in Anspruch nehmen.

EZB-Geldpolitik als Begründung

In dem Schreiben an die Kunden beruft sich die Volksbank Emmerich-Rees ausdrücklich auf die Geldpolitik der EZB. Vor zwei Jahren sei man noch davon ausgegangen sei, dass die Niedrigzinspolitik der Europäischen Zentralbank vorübergehend sei. "Heute wissen wir, dass die Zinsen langfristig durch die Politik im negativen Bereich gehalten werden", zitiert die NRZ aus dem Schreiben der Bank. In ihm verweist sie auch darauf, dass Bundesanleihen, der Maßstab für risikolose Zinsen, über alle Laufzeiten negativ seien. Selbst bei 30-jährigen Bundesanleihen müsse man mit einem Negativzins von -0,14 Prozent rechnen. In den vergangenen Tagen ist die Rendite der 30-jährigen Bunds indes über die Null-Prozent-Marke gestiegen und bewegt sich aktuell bei etwa 0,20 Prozent.

Wir haben kein Interesse an einem Artikel in der Finanzbusiness.

Oliver Schmidt, Sprecher der Volksbank Emmerich-Rees

Fragen von FinanzBusiness wollte Sprecher Oliver Schmidt ausdrücklich nicht beantworten. "Wir haben kein Interesse an einem Artikel in der Finanzbusiness", schrieb Schmidt in einer E-Mail. Auch auf Fragen der NRZ ging Schmidt laut dem Bericht nicht ein. "Eine weitere Stellungnahmen zu den angefragten Themen wird es unsererseits nicht geben", zitiert in das Blatt.

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