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Avaloq betrachtet IT-Probleme bei der Apobank als geklärt

Aus Sicht von Avaloq ist die IT-Umstellung bei der Apobank gut gelaufen, obwohl das Institut wochenlang Probleme hatte. Deutschland-Chef Karl im Brahm erklärt in einem Interview die Gründe.

Foto: Colourbox

Seit knapp fünf Monaten nutzt die Apobank das Kernbankensystem von Avaloq, doch die Umstellung verlief holprig. Über Wochen hatte ein Teil der Kunden des genossenschaftlichen Instituts nur bedingt Zugriff auf die Services.

Steigende Kosten aufgrund der IT-Umstellung

Der Vorstand entschuldigte sich daraufhin, erteilte Prüfern den Auftrag, sämtliche Prozesse noch einmal zu durchleuchten und musste aber zum Ende des ersten Halbjahrs einräumen, dass die Kosten kräftig gestiegen sind – auch aufgrund der IT-Umstellung.

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Avaloq sieht die Probleme gelöst

Avaloq selbst hat sich bislang dazu kaum geäußert – bis jetzt. Im Gespräch mit der Börsenzeitung gibt sich Deutschlandchef Karl im Brahm selbstbewusst.

Wenn ich schaue, was wir mit der Apo geleistet haben, dann gibt uns das einen enormen Schub für die Wachstumsstory in Deutschland.

Karl im Brahm, Deutschlandchef Avaloq

Ein Reputationsverlust? Im Gegenteil: "Wenn ich schaue, was wir mit der Apo geleistet haben, dann gibt uns das einen enormen Schub für die Wachstumsstory in Deutschland", sagte er der Zeitung. "Wir sind der erste ausländische Anbieter, der eine vollständige, EZB-konforme Lösung in Deutschland geliefert hat."

In den kommenden drei bis fünf Jahren will im Brahm dem Bericht zufolge den Umsatz des Unternehmens verdoppeln – auf einen Betrag im unteren dreistelligen Millionenbereich. Für 2021 stellt er bereits einen neuen Kunden in Aussicht, ohne jedoch den Namen zu nennen.

Problemanalyse für ein Großprojekt

Die Probleme bei der Apobank seien längst analysiert worden und vom Tisch. "Die Apo-Bank-IT funktioniert jetzt", erklärt im Brahm. Zu den Ursachen befragt, verweist er u.a. auf die Größe des Projekts: "Man muss von einer Gesamt-IT-Umstellung reden", betont er.

Die Herausforderung war, alle Dinge gleichzeitig zu machen.

Karl im Brahm, Deutschlandchef Avaloq

Über 200 Systeme seien eingebunden gewesen, vom Bankautomaten bis zur Software, die vom Personalmanagement eingesetzt werde. "Ich habe die Komplexität nicht unterschätzt, was das Kernbankensystem betraf. Die Herausforderung war, alle Dinge gleichzeitig zu machen." Alles zusammengenommen, findet im Brahm: Das Projekt sei "ganz gut gelaufen" - die Probleme erst hinterher aufgetreten, nach der eigentlichen Umstellung.

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