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Bankenverband rät Unternehmen zur Finanzierung über die Kapitalmärkte

Der BdB sieht trotz aller Corona-Maßnahmen Liquiditätslücken auf Unternehmen zukommen - und rät in Zukunft zu Mezzanine-Kapital.

Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) | Foto: picture alliance/Christophe Gateau/dpa

Die Corona-Krise birgt viele Unsicherheiten für Banken. Sie müssen hohe Risikoversorgen aufbauen und fürchten Kreditausfälle, sollte es zu einer Insolvenzwelle kommen. Lassen sie sich bei der Kreditvergabe an Unternehmen deshalb jetzt mehr Zeit und handeln zunehmend restriktiv? Darüber wird derzeit in der Branche diskutiert, zuletzt unter anderem angestoßen durch KfW-Volkswirtin Fritzi Koehler-Geib.

Banken werden bei der Kreditvergabe restriktiver, sagt Köhler-Geib

Das Schlimmste für die Banken kommt erst noch 

Private Institute als Stütze der Wirtschaft

Der Bundesverband deutscher Banken (BdB) sieht das anders und unterstreicht die Rolle der Banken als Krisenhelfer jetzt mit aktuellen Zahlen. "Die Banken haben bewiesen, dass sie in der Corona-Krise eine wichtige Stütze für die Wirtschaft sind", sagte Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Verbands, am Donnerstag (3. September) bei der Vorstellung des aktuellen Berichts zur Unternehmensfinanzierung.

Ossig betonte, es zahle sich aus, dass die Institute zu ihren Kunden langfristige Beziehungen aufgebaut hätten. So seien sie jetzt auch erster Ansprechpartner in der Krise: Immerhin 52 Prozent der im ersten Halbjahr von Banken und Sparkassen zusätzlich bereitgestellten Kredite für Unternehmen seien von privaten Instituten vergeben worden – mit einem Volumen von 15,1 Mrd. Euro.  

Auch bei den KfW-Liquiditätshilfen sehen sich die privaten Institute ganz klar auf der Unterstützerseite. Rund ein Drittel des Corona-Kreditvolumens der KfW hätten sie an Unternehmen durchgeleitet, heißt es. Unabhängig davon brächten sich private Banken auch bei der Konsortialfinanzierung ein.

Vor allem für Unternehmen, deren Umsatzausfälle kaum oder gar nicht nachgeholt werden können, wird die Zahlungsfähigkeit zu einer Herausforderung.

Christian Ossig, Hauptgeschäftsführer des Bankenverbandes

Corona-Hilfen reichen nicht

Der Bankenverband ist zudem davon überzeugt, dass alle Liquiditätshilfen in Form von Krediten nicht ausreichen werden. "Vor allem für Unternehmen, deren Umsatzausfälle kaum oder gar nicht nachgeholt werden können, wird die Zahlungsfähigkeit zu einer Herausforderung", so Ossig.

Zur Lösung schlug er vor, Finanzierungen über Kapitalmärkte in Betracht zu ziehen. Weitergehende staatliche Unterstützungsmaßnahmen etwa als Mezzanine-Kapital - eine Mischform von Eigenkapital- und Fremdkapitalfinanzierung - könnte Abhilfe schaffen.

Bankenverband fordert bessere Refinanzierung

Auf die Warnung an die Politik folgte schließlich ein Appell an die Regulierer: Laut Ossig könnten die Banken dank ihrer guten Vorsorge in den letzten Jahren auf ausreichend Eigenkapital und Liquidität zurückgreifen. Um diese in der Krise besser für die Unternehmen nutzbar zu machen, bedürfe es allerdings Verbesserungen für die Refinanzierung der Banken, meinte er. Andernfalls würden regulatorische Vorgaben die Kreditvergabe in der Krise begrenzen.

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