EZB-Direktor Fabio Panetta warnt vor Stablecoins

EZB-Direktor Fabio Panetta warnt, ausländischen Kryptowährungen zu vertrauen. Sie haben nach Ansicht des EZB-Direktors ein Datenschutz-Problem.
"Die Kehrseite der Stablecoins ist die Vielzahl von Risiken, die sie für unser soziales und wirtschaftliches Leben darstellen können", sagte Panetta am Mittwoch auf einer vom italienischen Bankenverband organisierten Veranstaltung.
Beispielsweise könnten datengesteuerte Modelle das Risiko des "Missbrauchs persönlicher Informationen für kommerzielle oder andere Zwecke" bergen, was die Privatsphäre und den Wettbewerb gefährden und Menschen schaden könnte.
Abhängigkeiten im Blick behalten
"Eine weitere Sorge ist, dass eine breite Akzeptanz von Stablecoins, die von ausländischen Unternehmen angeboten werden, europäische Zahlungen von Technologien abhängig machen würde, die anderswo entwickelt und geregelt werden", sagte der EZB-Direktor und erneuerte damit seine Kritik an datengetriebenen Geschäftsmodellen der sogenannten "Big Tech"-Firmen.
EZB-Direktor sieht drohende Abhängigkeit von nicht-europäischen Payment-Anbietern
Dies könnte potenzielle Probleme der Rückverfolgbarkeit im Kampf gegen Geldwäsche, Terrorismusfinanzierung und Steuerhinterziehung aufwerfen. "Es könnte auch dazu führen, dass das europäische Zahlungssystem nicht mehr in der Lage wäre, den Binnenmarkt und die gemeinsame Währung zu unterstützen und anfällig für Störungen von außen, wie z.B. Cyberattacken, würde", warnt Panetta.
Sie seien dank ihrer globalen Präsenz "einzigartig positioniert, um Dienstleistungen im Bereich der globalen grenzüberschreitenden Transaktionen anzubieten, wo die derzeitigen Lösungen von geringer Qualität und teuer sind", räumte Panetta ein, der als Mitglied des sechsköpfigen Führungsteams der Europäischen Zentralbank (EZB) unter anderem für europäische und internationale Beziehungen zuständig ist.
Die kritische Haltung der EZB bei dem Thema Stablecoins zielt vor allem auf das Facebook-Projekt Libra, das die Einführung eines globalen, an andere Währungen angelehnten, Digitalgeldes plant.
Digitalwährung Libra beantragt Lizenz bei FINMA
Die Libra-Pläne waren für Zentralbanken und Regierungen weltweit ein Weckruf. Die EZB hat in der Folge unter anderem ihr Konsultationsverfahren zum digitalen Euro auf den Weg gebracht.
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