FinanzBusiness

Das Investorenvertrauen in den Schuldscheinmarkt kehrt zurück

Das Schuldscheingeschäft sei in diesem Jahr gut angelaufen, so die Landesbank Baden-Württemberg. Bisher hat sie bereits sieben Transaktionen vermarktet, erfuhr FinanzBusiness. Auch im vergangenen Jahr konnte das Geldhaus seine Marktführerschaft in dem Segment ausbauen, trotz schwieriger Marktlage.

Die Zentrale der LBBW. | Foto: picture alliance/dpa | Marijan Murat

Für die Landesbank Baden-Württemberg (LBBW) ist das Schuldscheingeschäft in den ersten Monaten von 2021 gut angelaufen. Dieses Jahr habe die LBBW bisher sieben Transaktionen mit einem Volumen von 1,5 Mio. Euro vermarktet, im Gesamtmarkt wurden schon zwölf Transaktionen im Volumen von insgesamt 2,8 Mrd. Euro abgeschlossen. Bis Ende 2021 rechnet die Landesbank mit einem Gesamtvolumen von bis zu 20 Mrd. Euro. Die Delle im Corona-Jahr 2020 kann überwunden werden.

"Das Investorenvertrauen ist in der Breite wieder da. 2021 sieht nunmehr auch wieder eine Vielzahl von Debuttransaktionen, was die Attraktivität des Instruments Schuldscheindarlehen von Unternehmensseite nochmals unterstreicht."

Matthias Hoffmann, Schuldschein-Experte der LBBW

"Das Investorenvertrauen ist in der Breite wieder da. 2021 sieht nunmehr auch wieder eine Vielzahl von Debüttransaktionen, was die Attraktivität des Instruments Schuldscheindarlehen von Unternehmensseite nochmals unterstreicht", sagt Matthias Hoffmann, der Schuldschein-Experte der Landesbank, FinanzBusiness. So habe die LBBW ein ESG-linked Schuldscheindarlehen des Debütemittenten Teamviewer über 300 Mio. Euro im Joint-Lead begleitet.

Marktführer im Schuldscheingeschäft

Bereits 2020 führte die LBBW mit großem Abstand den Schuldscheinmarkt an. Mit 42 Transaktionen und einem Volumen von insgesamt 10,2 Mrd. Euro kann das Geldhaus einen Marktanteil von rund 25 Prozent behaupten. 2019 waren es noch 20 Prozent. Auf den Plätzen zwei und drei folgen Helaba und BNP Paribas, mit Anteilen von knapp 16 beziehungsweise zwölf Prozent, wie eine Auswertung von finance-magazin.de zeigt.

Zwar bekam der Schuldscheinmarkt durch den Ausbruch der Corona-Pandemie im März einen kräftigen Dämpfer. Doch besonders im Schlussquartal 2020 habe die Emissionstätigkeit wieder deutlich angezogen, heißt es in einer Mitteilung der Landesbank.

Mehr als die Hälfte des gesamten 2020 vermittelten Schuldscheinvolumens sind von der LBBW nach eigenen Angaben als Sole oder Joint-Lead Manager begleitet worden.

Die größte Transaktion des vergangenen Jahres, an der die LBBW beteiligt war, lag bei zwei Mrd. Euro. Die Emission kommt vom Autozulieferer Bosch, der gegenüber FinanzBusiness bestätigte, dass BNP Paribas und die LBBW die Transaktion begleiteten. "Das ursprüngliche Zielvolumen von 500 Mio. Euro war nach Angaben der begleitenden Kreditinstitute bereits kurz nach Vermarktungsstart um das Fünffache überzeichnet", so ein Sprecher des Autozulieferers.

Nur drei Schuldscheine verzeichneten laut einer Auswertung von finance-magazin.de im vergangenen Jahr ein Volumen von deutlich über 500 Mio. Euro. Nach Bosch folgen Sartorius mit 750 Mio. Euro und Asklepios mit 730 Mio. Euro.

Ein schwieriges Jahr für den Schuldscheinmarkt

Denn trotz der Erholung ab Herbst war 2020 unterm Strich für den Schuldscheinmarkt ein schwieriges Jahr. Lag das Gesamtvolumen 2019 noch bei 27,78 Mrd. Euro, ging es im vergangenen Jahr auf 17,95 Mrd. Euro zurück.

"In schwierigen Zeiten drängen die Unternehmen zu Arrangeuren, die über eine große Erfahrung und einen guten Track Record verfügen."

Christoph Zender, Leiter des Schuldscheingeschäfts der LBBW

Christoph Zender, Leiter des Schuldscheingeschäfts der LBBW, führt in einer Mitteilung Gründe an, wieso die Landesbank im Krisenjahr 2020 ihren Vorsprung auf Wettbewerber ausbauen konnte. "In schwierigen Zeiten drängen die Unternehmen zu Arrangeuren, die über eine große Erfahrung und einen guten Track Record verfügen", sagt er.

Die LBBW habe eine Präferenz zu Emittenten aus defensiven Branchen wie Energie, Healthcare und Medizintechnik, so Schuldschein-Experte Hoffmann gegenüber Finanzbusiness. Der Trend gehe auch im kommenden hin zu Transaktionen mit Nachhaltigkeitscharakter.

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