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Transaktionen im Wohninvestmentmarkt auf höchstem Stand seit fünf Jahren

Jones Lang LaSalle erklärt den Boom damit, dass institutionelle Investoren wie Banken nach attraktiven Renditenquellen suchen. Bei Wohnimmobilien werden sie fündig, so der Immobilienspezialist.

Wohnhäuser in Berlin (Symbolbild) | Foto: Picture Alliance

Der US-Immobilienspezialist Jones Lang LaSalle (JLL) hat ein weiteres Indiz dafür geliefert, dass der Markt für Wohnimmobilien in Deutschland boomt.

Wie aus einer Studie von JLL hervorgeht, erreichte der sogenannte "gewerbliche Wohninvestmentmarkt" im Corona-Jahr 2020 ein Transaktionsvolumen von 21,7 Mrd. Euro. Das ist das zweithöchste Volumen seit 2015, in dem ein Transaktionsvolumen von knapp 25 Mrd. Euro erreicht wurde. Das Transaktionsvolumen für 2020 übertraf zudem eine JLL-Prognose vom Jahresanfang (18,7 Mrd. Euro).

Der Begriff "gewerblicher Wohninvestmentmarkt" bezieht sich auf den Verkauf von Wohnungspaketen und Studentenheimen mit mindestens zehn Wohneinheiten und einer Wohnnutzung von 75 Prozent.

Wohnimmobilien bieten Investoren stabile Erträge

Die starke Nachfrage erklärte Michael Bender, Head of Residential JLL Germany in einer Mitteilung, so: "Waren Anlagealternativen im Lichte des Niedrigzinsumfelds des vergangenen Jahrzehnts schon rar, so hat die große Menge an zusätzlicher Liquidität, die dem Markt im Rahmen der Notfallprogramme von Regierungen und Zentralbanken im Zuge der Covid-19-Krise zur Verfügung gestellt wurden, dafür gesorgt, dass die institutionelle Nachfrage nach Alternativen zu etablierten Produkten nicht abgerissen ist."

Das erhöhte Interesse von Institutionellen ist auch in Coronazeiten nicht überraschend. Niedrige Mietausfallsquoten, stabile Erträge und langfristige Wachstumspotentiale. Der Wohninvestmentmarkt konnte mit seinem defensiven Risikoprofil in Krisenzeiten punkten.

Michael Bender, JLL-Immobilienexperte

Bender ergänzte: "Das erhöhte Interesse von Institutionellen ist auch in Coronazeiten nicht überraschend. Niedrige Mietausfallsquoten, stabile Erträge und langfristige Wachstumspotentiale. Der Wohninvestmentmarkt konnte mit seinem defensiven Risikoprofil in Krisenzeiten punkten."

Berlin ist der größte Wohnimmobilienmarkt

Zu den größten Deals im vergangenen Jahr gehörten laut JLL die Übernahme der Adler Real Estate durch Ado Properties (rund 58.000 Wohneinheiten, sechs Mrd. Euro) und der Verkauf von rund 6000 Wohneinheiten der Deutsche Wohnen an die LEG Immobilien für 660 Mio. Euro.

Mit einem Anteil von 18 Prozent am Transaktionsvolumen stand der Berliner Transaktionsmarkt an der Spitze. Es folgten Hamburg mit sechs Prozent und Frankfurt mit fünf Prozent.

Haupttreiber des Booms mit Wohnimmobilien ist nach den Worten des JLL-Immobilienexperten Michael Bender die starke Nachfrage seitens institutioneller Anleger. Dieser Kreis umfasst auch Banken und Sparkassen.

Spezialfonds allokieren 1,7 Mrd. Euro zu Wohnobjekten

Mit Blick auf die institutionelle Käufer registrierte JLL für 2020 ein Volumen von knapp 1,7 Mrd. Euro bei den Spezialfonds. Spezialfonds sind ein speziell für Institutionelle geschaffene Investmentvehikel. Sie bieten diesen Anlegern niedrigere Kosten und regelmäßige Berichterstattung. Weitere 1,14 Mrd. Euro haben Portfoliomanager in Wohnimmobilien investiert 2020. Das dritte größte Volumen (846 Mio. Euro) kam von kommunalen, gemeinnützigen Wohnungsunternehmen.

Für 2021 rechnet Bender damit, dass das Transaktionsvolumen auf dem Fünfjahresdurchschnitt von rund 19 Mrd. Euro liegen wird.

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