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Hamburger Neobank Tomorrow streicht kostenloses Girokonto

Mit dem neuen Kontomodell will die Neobank mehr Produkte, verbesserten Service und einen noch höheren "Impact" ermöglichen. Bestandskunden, die sich vor Oktober 2021 registrieren, können aber weiterhin das kostenfreie Konto nutzen.

Die Gründer von Tomorrow (v.l.n.r.): Michael Schweikart, Inas Nureldin und Jakob Berndt. | Foto: Tomorrow Bank

(Aktualisiert: Angaben zum Kundenstamm)

Die Hamburger Neobank Tomorrow verabschiedet sich vom Modell des kostenlosen Girokontos, wie das Unternehmen auf seinen Social-Media-Kanälen und der Unternehmenswebseite mitteilte.

Mehr als 60.000 aktive Konten

"Wir führen eine neue Preisstruktur bei Tomorrow ein", kündigt die Neobank an. Dazu veröffentlichte sie auf der Webseite ein Interview mit dem Head of Customer Support, Ronald Geber.

Und wir wollen weiter: Neue Produkte und Features, noch besseren Service, noch mehr Impact und noch mehr Geld raus aus klimaschädlichen Industrien.

Ronald Geber, Head of Customer Support

"Heute haben wir ein großartiges Angebot geschaffen, auf das wir alle stolz sein können: Eine App, die kompromisslos mobil und einfach zu benutzen ist und konsequent nachhaltige Girokonten, die jeden Tag aufs Neue positiven Impact schaffen. Dazu sind wir zu einer Community von mehr als 85.000 Menschen herangewachsen, die nicht mehr bereit sind, ihr Geld für Investitionen in gestrige Branchen herzugeben und das Morgen mit uns positiv verändern wollen", sagt Geber.

Tomorrow zählt nach eigenen Angaben aktuell über 87.000 Kundinnen und Kunden, davon bezeichnet die Neobank 60.250 als "aktiv", wie eine Sprecherin zu FinanzBusiness sagte.

Das positive Momentum will Tomorrow jedenfalls nutzen: "Und wir wollen weiter: Neue Produkte und Features, noch besseren Service, noch mehr Impact und noch mehr Geld raus aus klimaschädlichen Industrien", heißt es von der Neobank.

Für die bestehenden Kunden ändere sich nichts: Wer sich vor Oktober 2021 registriert, ist von den Änderungen nicht betroffen. Die Kontomodelle und -preise dieser Kunden blieben gleich, "solange sie nicht zu einem neuen Produkt wechseln", erklärt Tomorrow. "Die frühe Loyalität mit uns wollen wir so mit eigener Loyalität belohnen", so die Begründung.

Drei Kontomodelle

Künftig werde es drei Kontomodelle geben: ein Konto unter 5 Euro, eines unter 10 Euro und eines "um 15 Euro". Weitere Details folgten zum Start des neuen Preismodells, kündigt Geber an.

Ich finde den Schritt gut. Bisher waren mir die Möglichkeiten des kostenlosen Kontos zu wenig, aber 15 Euro sind leider zu viel monatliche Kosten.

Kommentar eines Linkedin-Nutzers

Die Kommentare auf den Post im Karrierenetzwerk Linkedin fielen zahlenmäßig verhalten aus - ein einziger Nutzer kommentierte: "Sehr spannend. Je nachdem, was die neuen Konten zu bieten haben, werde ich vielleicht wechseln. Ich finde den Schritt gut. Bisher waren mir die Möglichkeiten des kostenlosen Kontos zu wenig, aber 15 Euro sind leider zu viel monatliche Kosten."

Auf Twitter gab es mehr Kommentare. "Danke, dass ihr Bestandskunden davon unberührt lasst. Das ist super fair. Gebühren sind verständlich und grundsätzlich auch richtig. Ich hoffe, das wird euer Wachstum nicht zu sehr bremsen. [...]", schrieb ein Nutzer.

Der Blog Finanz-Szene hat zuerst über die Umstellung berichtet.

(Aktualisierte Fassung: korrigiert Standort der Neobank)

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