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Nets führt PSP-Lösung Easy in Deutschland früher ein als geplant

Der dänische Zahlungsdienstleister führt die Payment-Service-Provider-Lösung früher ein, weil der E-Commerce-Bereich stark gewachsen ist. Nach der Fusion mit Nexi fasst das Unternehmen auch die deutsche Bankenbranche in den Blick.

Mann beim Online-Zahlungsvorgang | Foto: picture alliance / PhotoAlto | Dinoco Greco

Die dänische Nets Group, zu der auch der deutsche Zahlungsdienstleister Concardis gehört, geht in Deutschland im Segment der kleinen und mittelständischen Unternehmen in die Offensive. Eigentlich war es erst Ende 2021 geplant, die Payment-Service-Provider-Lösung (PSP) Easy hierzulande anzubieten. Aber da sich der Trend zum Aufbau von Webshops und die Umsätze im E-Commerce durch die Corona-Pandemie beschleunigt hat, wurde die Entscheidung vorgezogen. Das bestätigte die Nets Group FinanzBusiness auf Nachfrage. Zunächst hatte das Portal Payment and Banking darüber berichtet.

Die Pandemie hat den E-Commerce in einigen Branchen zwei bis drei Jahre in die Zukunft katapultiert.

Nets Group

"Erfreulicherweise konnten wir aufgrund von Corona unsere Wachstumserwartungen nach oben anpassen. In der gesamten Nets Group sind wir im E-Commerce im hohen 20-Prozent-Bereich gewachsen", teilte die Nets Group mit. Die Erwartungen seien gestiegen, da immer mehr Unternehmen und immer mehr Kunden ihre Geschäfte online abwickeln. "Die Pandemie hat den E-Commerce in einigen Branchen zwei bis drei Jahre in die Zukunft katapultiert", heißt es weiter.

KMUs werden wettbewerbsfähiger

Easy wird seit Anfang Januar in Deutschland angeboten. Vorteile der PSP-Lösung sind laut der Nets Group unter anderem ein unkomplizierter Check-out aufgrund der "Remember-me"-Funktionalität. Der Check-Out-Prozess gilt als Flaschenhals beim e-Commerce, da viele Kunden bei langwierigen oder komplizierten Prozessen abbrechen. Während große Unternehmen hier schon Lösungen implementiert haben, ist dies oft ein Nachteil von kleinen Händlern und Dienstleistern.

Nachdem wir bereits eine starke Position im Geschäft mit Großkunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben, wollen wir nun das Wachstumspotenzial innerhalb unseres Merchant-Services-Geschäfts weiter ausschöpfen, indem wir uns auf das sehr attraktive KMU-Segment konzentrieren – sowohl im E-Commerce als auch am stationären Point of Sale.

Robert Hoffmann, CEO Concardis und Nets Merchant Services

"In Deutschland und der gesamten DACH-Region sehen wir für uns eines der größten Wachstumspotenziale in Europa", so Concardis-CEO Robert Hofmann, "nachdem wir bereits eine starke Position im Geschäft mit Großkunden in Deutschland, Österreich und der Schweiz haben, wollen wir nun das Wachstumspotenzial innerhalb unseres Merchant-Services-Geschäfts weiter ausschöpfen, indem wir uns auf das sehr attraktive KMU-Segment konzentrieren – sowohl im E-Commerce als auch am stationären Point of Sale."

Wachstum im Bankensektor

Entsprechend den Präferenzen der Deutschen habe man zudem auch die Zahlung auf Rechnung implementiert. Easy gibt es bereits in Dänemark, Norwegen und Schweden. Nets stellt Händlern mit Easy eine höhere Konversionsrate, damit höhere Umsätze und höhere Kundenzufriedenheit in Aussicht. Zudem sei es eine One-Stop-Shop-Lösung.

Der Direktvertrieb in Deutschland von Nets habe sich in 2020 um rund 25 Prozent verbessert und dürfte auch hier künftig über dem erwarteten Marktwachstum liegen, stellt Hofmann in Aussicht. Er kündigte zudem an, dass auch Wachstumspotenzial im Geschäft mit Banken gesehen werde.

Im Herbst 2020 hatte Nets angekündigt, mit dem italienischen Konkurrenten Nexi zu fusionieren. Der Paytech-Anbieter gehört in Südeuropa zu den Marktführern. Mit dem Zusammenschluss, der voraussichtlich im zweiten Quartal 2021 abgeschlossen wird, soll die Präsenz im Bankensektor auch in der DACH-Region ausgeweitet werden.

Deutschland wird auch nach der Nets-Nexi-Fusion von "hohem Interesse" sein, sagt Concardis-CEO Robert Hoffmann 

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