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Robinhood gerät unter Betrugsverdacht

Das Fintech soll beim Verkauf von Orderflows an Hochfrequenzhändler überdurchschnittlich hohe Preise kassiert haben.

Die Gründer von Robinhood v.l.n.r.: Vladimir Tenev und Baiju Bhatt | Foto: picture alliance / AP Photo

Das US-Fintech Robinhood Markets Inc. sieht sich mit einer SEC-Untersuchung konfrontiert. Grund dafür ist für Nicht-Offenlegung von Geschäften mit Hochgeschwindigkeits-Händlern. Das berichtete das Wall Street Journal am Mittwoch (2. September) mit Berufung auf Insider.

Bedeutender Teil der Einnahmen aus Zahlungen für Orderflow generiert

Neben dem zivilrechtlichen Ermittlungsverfahren droht dem Online-Broker eine Geldstrafe von bis zu mehr als 10 Mio. Dollar. Die US-Wertpapierbehörde wirft dem 2013 gegründeten Start-up vor, beim Verkauf von Orderflows an Hochfrequenzhändler überdurchschnittlich hohe Preise kassiert zu haben.

Die Zahlungen für den Auftragsfluss sollen damals einen bedeutenden Teil der Einnahmen von Robinhood ausgemacht haben. Das in Privatbesitz befindliche Start-up verdiente laut dem Zeitungsbericht 2017 weniger als die Hälfte seiner Einnahmen aus solchen Zahlungen und 2018 damit etwa die Hälfte.

Ermittlungen in fortgeschrittenem Stadium

Die Untersuchung soll bereits in einem fortgeschrittenen Stadium sein. Kommentieren wollte Robinhood den Vorgang gegenüber dem Blatt nicht. "Wir bemühen uns, konstruktive Beziehungen zu unseren Regulierungsbehörden aufrechtzuerhalten und voll und ganz mit ihnen zusammenzuarbeiten", zitiert das Wall Street Journal aber eine Sprecherin.

Dem Fintech werden auch Ambitionen auf dem deutschen Markt nachgesagt. Der geplante Europastart wurde aber Ende Juli auf unbestimmte Zeit verschoben.

Robinhood verschiebt Europastart auf unbestimmte Zeit

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