Der Streit ist beigelegt: Die NordLB bekommt ein neues IT-System

Die Gremien des Landesinstituts haben sich auf eine neue Steuerung geeinigt. Die Kosten sind mit etwa 100 Mio. Euro geringer als gedacht.
Jörg Frischholz, NordLB-Chef | Foto: NordLB
Jörg Frischholz, NordLB-Chef | Foto: NordLB
reuters

Die Eigner der Norddeutschen Landesbank (NordLB) haben ihren monatelangen Streit um das neue IT-System des Instituts beigelegt. Die Gremien der Bank hätten die Freigabe zur Einführung einer neuen Banksteuerung gegeben, teilte das Geldhaus aus Hannover mit. 

In der ersten Phase sollen bis 2026 wesentliche Abläufe im Finanzwesen, in den Berichtswegen zur Bankenaufsicht sowie im Risikocontrolling grundlegend modernisiert werden. 

”Es ist gut, dass die Bank nun das Projekt zur Erneuerung der Banksteuerung starten kann”, sagte Niedersachsens Finanzminister und NordLB-Aufsichtsrats-Chef Gerald Heere. ”Sie wird ein weiterer wichtiger Baustein für die erfolgreiche Transformation der NordLB zu einer nachhaltig profitablen und risikoarmen Bank sein.”

Sparkassen bremsen das Wachstum

Bei der Banksteuerung zeigte sich seit Monaten der grundlegende Konflikt unter den Eigentümern: Während Mehrheitseigner Niedersachsen mit der Bank Mittelstand und Energiewende finanzieren will, möchten die Sparkassen kein allzu großes Wachstum und schon gar kein Risiko. 

Insider betonten jüngst, die Einführung des neuen IT-Systems in drei Phasen lasse die Chance zu, noch nachzujustieren. Die Banksteuerung sollte nach früheren NordLB-Angaben einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag kosten. 

Kosten von 100 Mio. Euro

Finanzkreisen zufolge dürfte es nun weniger werden. Demnach sind in der ersten Phase mehr als 100 Mio. Euro vorgesehen, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr. 

NordLB-Chef Jörg Frischholz erklärte, er freue sich über ”das Vertrauen der Träger in den von uns eingeschlagenen Weg”. Man werde alles für den Erfolg des Projektes tun. ”Die neuen IT-Systeme werden der NordLB nun auch die zukunftsweisenden technologischen Fähigkeiten geben, die für eine stabile Weiterentwicklung erforderlich sind.” 

Faule Schiffskredite über 3,6 Mrd. Euro

Wer den Streit zwischen Land und Sparkassen verstehen will, muss die Historie kennen. Die NordLB hatte sich mit faulen Schiffskrediten verzockt und musste Ende 2019 von ihren Eignern mit 3,6 Mrd. Euro gerettet werden. Neben Niedersachsen sprangen hier auch bundesweit Sparkassen und Landesbanken ein, um die Abwicklung zu verhindern. 

Deshalb ist es diesen neuen Eignern ein Dorn im Auge, wenn die NordLB zu stark wachsen und dabei zu viel Risiko eingehen würde. Niedersachsen hält 57,5 Prozent an der NordLB, Sachsen-Anhalt 6,3 Prozent. Der Rest entfällt auf das Sparkassen-Lager.

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