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EU-Kommission setzt auf ESAP

Die EU-Kommission hat Vorschläge zur Vereinheitlichung der europäischen Finanz- und Kapitalmärkte vorgestellt, unter anderem zu einer Informationsplattform für Anleger. EU-Parlament und die Mitgliedsstaaten müssen aber noch zustimmen.

Mairead McGuinness, EU-Kommissarin für Finanzmarktpolitik | Foto: picture alliance/dpa/Lehtikuva | Antti Aimo-Koivisto

Der Kapitalmarkt der Europäischen Union (EU) soll durch eine zentrale Datenbank mit Informationen über die Finanzen und Nachhaltigkeit von Unternehmen stärker zusammenwachsen. Die EU-Kommission schlägt ein Gesetzespaket zur Vereinheitlichung der europäischen Finanz- und Kapitalmärkte vor.

Durch die EU-weite Informationsplattform European Single Access Point (ESAP) sollen Anleger leichter in der EU investieren können. In der Plattform sollen zentral Informationen über börsennotierte Unternehmen, aber auch kleinere Firmen gelistet werden.

EU will bürokratische Hürden abbauen

Bei der Kapitalmarktunion geht es darum, bürokratische Hürden zwischen den Staaten der Europäischen Union abzubauen, um Unternehmen mehr Möglichkeiten zu geben, sich Geld zu beschaffen. Verbraucher sollen zudem besser an Geldanlagen in unterschiedlichen Ländern kommen.

Anleger sollen dem Vorschlag nach künftig die Kurse von Aktien und anderen Finanzprodukten an allen europäischen Handelsplätzen vergleichen können. Ein zentrales Register, genannt Consolidated Tape, soll diese Informationen in Echtzeit bündeln - zur Zeit sind sie nicht einheitlich verfügbar. Das soll mehr Transparenz schaffen und die europäischen Märkte zusammenschweißen.

Diese Vorschläge fördern einen besseren Zugang zu Daten, mehr Transparenz, einen besseren Rahmen für langfristige Investitionen und bessere Möglichkeiten für Investoren und Unternehmen.

Mairead McGuinness, EU-Kommissarin für Finanzmarktpolitik

"Diese Vorschläge fördern einen besseren Zugang zu Daten, mehr Transparenz, einen besseren Rahmen für langfristige Investitionen und bessere Möglichkeiten für Investoren und Unternehmen", schrieb Mairead McGuinness, EU-Kommissarin für Finanzdienstleistungen auf dem Kurznachrichtendienst Twitter.

Strengere Regeln für Investmentfonds

Vor dem Hintergrund des Brexits soll es strengere Regeln für Investmentfonds geben, die aus dem Ausland gesteuert werden. Das soll sogenannten Briefkastenfirmen entgegenwirken, die zwar in der EU registriert sind - zum Beispiel in Staaten mit niedrigen Steuern wie Luxemburg - aber wesentliche Funktionen und Vermögen ins Ausland verlagern.

PFOF soll verboten werden

Die Kommission will - wie berichtet - außerdem das sogenannte Payment-for-order-flow (PFOF), das bislang das Geschäftsmodell von Online-Trading-Plattformen wie Robinhood ermöglicht hat. Diese wickeln Aktienkäufe für Anleger günstig oder kostenlos über dritte Marktteilnehmer ab. Wie die Preise auf diesen Trading-Plattformen entstehen, ist aber oft unklar, und es können Interessenkonflikte entstehen. In Ländern wie Großbritannien sind solche Payment-for-order-flow"-Praktiken daher bereits verboten, auch in den USA wird ein Verbor geprüft.

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Das Europaparlament und die EU-Staaten befassen sich nun mit den Gesetzesvorschlägen. Sie können noch Änderungen vornehmen, bevor diese verabschiedet werden - was voraussichtlich noch dauern wird.

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