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Immobilienkrise in China würde auch Deutschland treffen, erwartet Bundesbank

In ihrem Szenario orientiert sich die Bundesbank an der Immobilienkrise in den USA zwischen 2006 und 2009. Eine Simulation zeige, dass davon spürbare realwirtschaftliche Effekte auf Deutschland und andere Länder ausgehen könnten.

Firmenzentrale der China Evergrande Group in Shenzhen, Guangdong | Foto: picture alliance / Kyodo

Anders als die BaFin und auch anders als die EZB im September würde nach einer aktuellen Analyse der Bundesbank eine schwere Krise auf dem chinesischen Immobilienmarkt auch auf die deutsche Wirtschaft ausstrahlen.

EZB-Präsidentin Lagarde hält Risiken durch Evergrande für begrenzt 

Das konstatiert die Notenbank in ihrem heute veröffentlichten Monatsbericht für November.

Alles in allem zeigt die Simulation, dass von einer schweren Krise auf dem chinesischen Immobilienmarkt spürbare realwirtschaftliche Effekte auf Deutschland und andere Länder ausgehen könnten. Vermutlich unterschätzt das Modell die Wirkungen sogar.

Bundesbank, Monatsbericht November

"Alles in allem zeigt die Simulation, dass von einer schweren Krise auf dem chinesischen Immobilienmarkt spürbare realwirtschaftliche Effekte auf Deutschland und andere Länder ausgehen könnten. Vermutlich unterschätzt das Modell die Wirkungen sogar", heißt es in dem Bericht.

Dämpfer für Exporte

In Deutschland würde dann vor allem wegen verringerter Exporte der Verlust an Wirtschaftsleistung (BIP) bei etwa 0,6 Prozent im ersten Jahr liegen. "Für einige Volkswirtschaften mit einer höheren Handelsabhängigkeit von China fallen die BIP-Verluste noch größer aus", heißt es im Bericht.

Die Zahlungsschwierigkeiten des chinesischen Immobilienkonzerns Evergrande hatten zuletzt an den Finanzmärkten die Befürchtung ausgelöst, es könnte zu einem Flächenbrand auf dem chinesischen Immobiliensektor kommen.

Bundesbank hat Halbierung von Bauinvestitionen simuliert

Die Bundesbank geht in ihrem Szenario unter anderem von einer Halbierung der Wohnungsbauinvestitionen in China aus. Zudem nimmt sie an, dass die chinesischen Häuserpreise um ein Fünftel sinken. In der Simulation dämpfen der Einbruch der Bauinvestitionen und eine höhere Risikoprämie die gesamtwirtschaftlichen Investitionen in China stark und die Verbraucher schränken ihren Konsum erheblich ein.

Unter der Annahme, dass die Wirtschaft in China ohne einen Schock um fünf Prozent wachsen würde, ginge die Wirtschaftsleistung im Reich der Mitte in dem Szenario um zwei Prozent zurück.

Japan, Südkorea, Australien viel stärker betroffen

Für Frankreich lägen die BIP-Verluste in dem Szenario bei etwas unter 0,5 Prozent. Asiatische Länder wären laut Bundesbank-Simulation viel stärker betroffen. Für Japan lägen die BIP-Einbußen bei fast einem Prozent, für Südkorea sogar bei mehr als zwei Prozent. Für Australien lägen sie bei rund 1,6 Prozent.

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