FinanzBusiness

Anteil der Männer in Elternzeit verharrt bei der Deutschen Bank seit Jahren auf niedrigem Niveau

Bei Deutschlands größter Geschäftsbank sind Männer in Elternzeit nach wie vor eher die Ausnahme als die Regel, wie FinanzBusiness-Recherchen ergaben. Auch bei der durchschnittlichen Dauer tut sich im Vergleich zu Frauen eine Lücke auf.

Vater in Elternzeit (Symbolbild). | Foto: picture alliance / photothek | Janine Schmitz

Bei der Deutschen Bank nehmen jährlich weniger als drei Prozent der Männer gemessen an der männlichen Belegschaft in Deutschland Elternzeit. Das geht aus Daten hervor, die das Institut auf FinanzBusiness-Anfrage bereitstellte. "Darunter befinden sich auch einige in Führungspositionen", sagte ein Sprecher der Bank zu FinanzBusiness. Die genaue Zahl könne das Institut aus Anonymitätsgründen nicht nennen.

Foto: Daten von der Deutsche Bank / Darstellung: FinanzBusiness
Foto: Daten von der Deutsche Bank / Darstellung: FinanzBusiness
2020 waren im Durchschnitt pro Monat circa 85 Männer in Elternzeit. Im Vergleich waren es bei den Frauen rund 1000. 20 Männer der 85 waren dabei länger als sechs Monate abwesend, bestätigte der Sprecher.

Durchschnittliche Dauer bei Männern: 1,9 Monate

Somit ist auch die durchschnittliche Dauer der genommenen Elternzeit von Männern bei Deutschlands größter Geschäftsbank erstaunlich gering: 2020 betrug diese 1,9 Monate. Bei der weiblichen Belegschaft in Elternzeit lag der Durchschnitt immerhin bei 18 Monaten.

Meine Kollegen sahen es eher als gutes Zeichen für die Kultur im Haus, dass auch eine Führungskraft mehr Elternzeit nimmt als die typischen zwei Vätermonate.

Mitarbeiter der Deutschen Bank auf Director-Level

Dabei hat ein Vater, der Elternzeit genommen hat, positives zu berichten: "In den vier Monaten Elternzeit ist die Bindung zu meinem Sohn noch viel enger geworden, das spüre ich noch heute, Jahre später. Beruflich hat es mir nicht geschadet. Meine Kollegen sahen es eher als gutes Zeichen für die Kultur im Haus, dass auch eine Führungskraft mehr Elternzeit nimmt als die typischen zwei Vätermonate", so ein Mitarbeiter der Deutschen Bank auf Director-Level.

Formale Voraussetzungen gegeben

Die formalen Voraussetzungen sind laut Deutsche Bank nicht der Grund für die Unterschiede zwischen den Geschlechtern: "Für Männer beziehungsweise Väter gelten dieselben Regelungen wie für Mütter gemäß der Betriebsvereinbarung Beruf und Familie sowie den gesetzlichen Bestimmungen zum Thema Elternzeit. Väter können ebenso wie Mütter gesetzlich drei Jahre Elternzeit in Anspruch nehmen", stellte der Deutsche-Bank-Sprecher klar.

Die Bank biete den Mitarbeitenden entsprechend den tariflichen Regelungen auf Wunsch eine unbezahlte Verlängerung der gesetzlichen Elternzeit um ein halbes Jahr. Hierzu sei aber die Voraussetzung, dass eine dreijährige Betriebszugehörigkeit besteht, fügte der Sprecher hinzu.

Mehr von FinanzBusiness

Banken sehen sich für beginnenden Geldboten-Streik gewappnet

Während Dortmunder Volksbank und Stadtsparkasse München sich gut vorbereitet wähnen, ist man bei der Hamburger Sparkasse und der Nassauischen Sparkasse gar nicht vom Warnstreik betroffen. Größere Institute wie Commerzbank und ING empfehlen Kunden im Vorfeld bereits den Umstieg auf andere Zahlweisen.

Sparkassen halten zu Verbandsentscheidung

Der Deutsche Sparkassen und Giroverband (DSGV) hat den Kryptowährungen beziehungsweise dem Handel damit eine Absage erteilt. Eine Umfrage von FinanzBusiness zeigt: Die einzelnen Sparkassen sehen das ähnlich.

Bitpanda dementiert abweichende Zahl der Kündigungen

Offiziell heißt es, Bitpanda habe rund 270 Mitarbeitern gekündigt. Im Netz kursierende, stark abweichende Zahlen bezeichnet das Unternehmen als ”reine Spekulation”. Auch zum Tag des Rauswurfs äußert sich Bitpanda gegenüber FinanzBusiness.

Stühlerücken im Vorstand der Solarisbank

Wie geplant zieht Payment-Expertin Chloé Mayenobe in den Vorstand des Fintech ein - übernimmt aber auch mehr Aufgaben. Gleichzeitig verlässt Chief Commercial Officer Jörg Diewald den Banking-as-a-Service-Anbieter ”aus persönlichen Gründen”.

Lesen Sie auch

Mehr dazu