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EZB-Bankenaufsicht warnt vor Rosa Brille beim Blick auf Non-Performing Loans

Andrea Enria mahnt als obersten Bankenaufseher der Europäische Zentralbank (EZB) die Institute, nicht zu optimistisch auf die Entwicklung fauler Kredite zu schauen.

Andrea Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht | Foto: picture alliance / Wolfgang Minich | Wolfgang Minich

Die EZB-Aufsicht hat Bedenken wegen möglicherweise zu rosiger Prognosen der Bankenbranche über die Entwicklung der faulen Kredite in den Bilanzen. Alle Institute erwarteten im Kern einen anhaltenden Rückgang der Non-Performaing Loans (NPL) bis mindestens Ende 2022, sagte EZB-Chefbankenaufseher Andrea Enria auf einer Konferenz der finnischen Aufsicht.

"Und wir sind natürlich besorgt, dass die Erwartung ein bisschen zu optimistisch ist," fügte er hinzu. Im zweiten Quartal war die Quote notleidender Bankkredite im Währungsraum (NPL-Quote) auf 2,3 Prozent gesunken von zuvor 2,5 Prozent im Auftaktquartal.

Wir haben immer empfohlen, Banken sollten vorsichtig sein und nicht voreilig handeln, indem sie Rückstellungen auflösen und jetzt Profitabilität schaffen, was sie später bereuen könnten.

Andrea Enria, Chef der EZB-Bankenaufsicht

Aus Sicht der Aufseher muss die Entwicklung vor dem Hintergrund auslaufender Unterstützungsmaßnahmen im Kampf gegen die Corona-Krise sorgfältig beobachtet werden. "Wir haben immer empfohlen, Banken sollten vorsichtig sein und nicht voreilig handeln, indem sie Rückstellungen auflösen und jetzt Profitabilität schaffen, was sie später bereuen könnten," sagte Enria.

Noch im vergangenen Jahr hatte die Branche angesichts der Corona-Pandemie eine regelrechte Welle an faulen Krediten befürchtet. Bislang hat sich die Sorge in dem Ausmaß aber nicht bestätigt. Daher geht bei vielen Banken die Vorsorge für Risikokredite zurück.

Die Europäische Zentralbank (EZB) ist seit Herbst 2014 für die Aufsicht über die Großbanken des Euro-Raums zuständig. Aktuell überwacht sie 114 Institute, darunter in Deutschland die Deutsche Bank und die Commerzbank.

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