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Ex-Star-Manager der Union Investment räumt zum Prozessauftakt Insiderhandel ein

Stets auf der Suche nach "Glücksgefühlen" und unter extrem hoher Stressbelastung habe er die Taten begangen, gesteht der Angeklagte beim Prozessauftakt.

Die Justitia auf dem Gerechtigkeitsbrunnen auf dem Römerberg. | Foto: picture alliance / Geisler-Fotopress

Im Prozess um einen möglichen Insider-Handel zeigen sich die beiden Angeklagten geständig. Vor dem Landgericht Frankfurt räumten heute zum Prozessauftakt sowohl der angeklagte Fondsmanager (45) als auch der Investment-Banker die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft ein, wonach sie mit der Weitergabe vertraulicher Interna ein Gewinn von mehr als 11 Mio. Euro erzielt haben sollen.

Leitende Manager von Union Investment und Hauck & Aufhäuser

Der Fondsmanager war einst bei der Union Investment für zwei der großen Aktienfonds zuständig, sein Komplize hatte bis zum vergangenen Jahr eine Leitungsfunktion bei Hauck & Aufhäuser inne. Beide hatten ihre Arbeitsplätze verloren, nachdem sie aufgrund der Vorwürfe zeitweise inhaftiert waren.

Der Vorwurf: Über private Depots soll der Fondsmanager 2020 über Monate hinweg verbotene Insidergeschäfte betrieben haben. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft geht von Transaktionen im Wert von 45 Mio. Euro aus, wobei er einen Gewinn von acht Mio. Euro erzielt haben soll. Der Hauck-&-Aufhäuser-Banker soll Transaktionen in Höhe von drei Mio Euro getätigt und dabei rund 380.000 Euro verdient haben.

Geständnis unter Tränen

Einer der Angeklagten entschuldigte sich vor Gericht unter Tränen für die von ihm verübten Taten. Er habe sich einfach "komplett überschätzt", sei stets auf der Suche nach "Glücksgefühlen" gewesen und habe unter einer extrem hohen Stressbelastung gestanden.

Über 16 Jahre hinweg habe er bei dem Unternehmen eine "modellhafte Karriere hingelegt", die freilich im Herbst vergangenen Jahres in Untersuchungshaft geendet habe. Auch der zweite Angeklagte räumte die Insider-Geschäfte ein. Bereits im Ermittlungsverfahren hatte er ein Geständnis abgelegt, nachdem er zuvor drei Monate in Untersuchungshaft war.

Insgesamt sind vier weitere Verhandlungstage vor der 29. Großen Strafkammer in Frankfurt angesetzt. Das Urteil wird am 30. September erwartet.

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