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Trauerspiel Finanzplatz Deutschland

Ein Analyst der Deutschen Bank lässt Frankfurt nicht gut wegkommen. Die BaFin sei falsch besetzt, Banken in Deutschland bei verschiedenen Kennziffern der Rentabilität Schlusslicht in der EU. Nach wenigen Stunden ist das Research-Papier nicht mehr abrufbar.

Blick von der Untermainbrücke auf die Frankfurter Skyline | Foto: picture alliance / greatif | Florian Gaul

Während andere Länder Lehren aus den Finanzskandalen und Krisen gezogen haben, wird die Liste der Skandale in Deutschland immer länger. Das berichtet Jan Schildbach, Analyst der Deutschen Bank, in der aktuellen Ausgabe des Deutschland-Monitors, aus der mehrere Medien am Mittwoch zitieren.

Zu viele Juristen bei BaFin

Die Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) halte sich sehr eng an „Paragrafen und Formalitäten“, wenn es darum gehe, Fälle aufzuklären. So versäume sie eine aktive Beteiligung. Schildbachs Forderungen: Die personellen Strukturen müssten grundlegend geändert werden. Es säßen zu viele fachfremde (Juristen) in den höheren Etagen der BaFin. Dazu komme die räumliche Distanz zwischen Bonn und Frankfurt.

Bundestagswahl kein Grund zur Hoffnung

Außerdem fordert er, den öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Sektor weitreichend zu konsoldieren und zu privatisieren. So könne zukünftige Herausforderungen entgegengetreten werden.

Deutsche Banken sind laut Schildbach verglichen mit anderen großen Staaten in der Europäischen Union bei verschiedenen Kennziffern der Rentabilität Schlusslicht.

Probleme benannt

Schildbach sieht weitere Probleme in den Bereichen: Unternehmenssteuer, den Folgen des Brexits und der Altersvorsorge. Hoffnungen mache er sich jedoch wenig, denn im Fahlkampf spiele die Finanzpolitik nur eine kleine Rolle.

Research Papier offenbar offline genommen

Die Deutsche Bank nahm den Beitrag aus ihrer Reihe Deutschland-Monitor offenbar nach kurzer Zeit von der Webseite. Im Cache von Google führt der Link zur Studie zum Hinweis: Product not available!

Im Frühjahr hatte Frankfurt es im Global Financial Centres Index unter die Top 10 geschafft und kontinentaleuropäische Konkurrenten, wie Luxemburg, Paris und Zürich, hinter sich gelassen.

Frankfurt schafft es unter die Top 10 der globalen Finanzzentren 

 

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Neue Mitarbeitende verzweifelt gesucht

Der Fachkräftemangel trifft auch die Finanzbranche mit voller Wucht: Laut einer Erhebung haben Banken in Deutschland im ersten Halbjahr mehr als 65.000 offene Stellen ausgeschrieben, das sind 81 Prozent mehr als im Vorjahr.

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