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BayernLB verdreifacht Vorsteuergewinn im ersten Halbjahr 2021 und erhöht Prognose

Die Landesbank profitiert auch von Zinsgutschriften aus längerfristigen Finanzierungsgeschäften der EZB. Tochtergesellschaft DKB wechselt in den Einlagensicherungsfonds des BdB, die Patronatserklärung wird zurückgezogen.

Stephan Winkelmeier, Vorstandsvorsitzender der BayernLB. | Foto: picture alliance / dpa | Andreas Gebert

Die BayernLB hat ihren Gewinn im ersten Halbjahr verdreifacht und ihr Erwartungen nach oben geschraubt. Das Ergebnis vor Steuern sprang auf 485 Mio Euro, wie die Landesbank am Donnerstag mitteilte. Im Vorjahreszeitraum hatte dieser 158 Mio. Euro betragen.

Ein Grund dafür ist, dass die BayernLB im ersten Halbjahr 44 Mio. Euro mehr Risikovorsorge auflösen konnte als sie neu bilden musste. Vor einem Jahr hatte sie unter dem Eindruck der Corona-Krise 75 Mio. Euro zurückgestellt.

Der Zinsüberschuss stieg deutlich auf 1,01 Mrd. Euro nach 873 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Zur Steigerung trugen vor allem ein Zuwachs im strategiekonformen Neugeschäft und die Teilnahme an den EZB-Tendern (TLTRO III) bei. Aus der Vereinnahmung der TLTRO III-Zinsvergünstigungen erzielte der BayernLB-Konzern im ersten Halbjahr ein Zinsergebnis von 164 Mio. Euro, etwa auf dem Niveau, das auch die Commerzbank erzielte.

Commerzbank schreibt im ersten Quartal schwarze Zahlen und hebt Ausblick an 

Den Provisionsüberschuss konnte der BayernLB-Konzern trotz des schwierigen Marktumfelds um 35 Mio. auf 189 Mio. Euro steigern. Der Anstieg resultiert maßgeblich aus dem provisionsstarken Kreditgeschäft sowie aus dem Fondsgeschäft der Asset-Management-Töchter Real I.S. und BayernInvest.

Vorsteuergewinn von bis zu 700 Mio. Euro in Aussicht gestellt

Für das gesamte Jahr rechnet die BayernLB nun mit einem Vorsteuergewinn von 500 bis 700 Mio. Euro; bisher lag die Zielmarke bei 200 bis 400 Mio.

Wir sind zufrieden mit dem Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr, alle Kundensegmente haben ihr Ergebnis deutlich gesteigert.

Stephan Winkelmeier, Vorstandsvorsitzender der BayernLB

"Wir sind zufrieden mit dem Geschäftsverlauf im ersten Halbjahr, alle Kundensegmente haben ihr Ergebnis deutlich gesteigert", sagte Vorstandschef Stephan Winkelmeier.

Größter Gewinnbringer war die Direktbank DKB, die mit 4,8 Millionen Kunden ein Ergebnis von 273 Mio. Euro vor Steuern erwirtschaftete. Ein Jahr zuvor waren es 115 Mio. Euro.

Die BayernLB bestätigte bei Vorlage der Halbjahreszahlen, dass die Einlagensicherung der DKB ab dem 1. Oktober über den EdB des Bundesverbandes deutscher Banken (BdB) erfolgt.

BayernLB-Tochter DKB strebt in die Einlagensicherung des BdB

Dies hat auch Konsequenzen zwischen der Konzernmutter und ihrer Direktbank-Tochter. So hat die BayernLB mit Wirkung zum 30. November die Patronatserklärung für die DKB widerrufen und gekündigt. Kunden, die nach dem 19. August 2021 als Neukunden der DKB hinzutreten, können sich auf das Patronat bereits ab diesem Zeitpunkt nicht mehr berufen, heißt es in der Mitteilung.

Ergebnisabführung wird beendet

Ferner sei beabsichtigt, den Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag zwischen der BayernLB und der DKB zum nächstmöglichen Zeitpunkt im Jahr 2021 zu beenden.

Im Gegenzug werde die BayernLB die DKB mit zusätzlichem Kapital in substantieller Größenordnung ausstatten, damit die DKB auch ohne Patronat der BayernLB weiterhin über eine marktübliche Kapitalausstattung verfügt.

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