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Großbanken laut Analyse von Independent Creditview in guter Verfassung

Laut einer von der Börsen-Zeitung ausgewerteten Analyse des Schweizer Researchhauses  haben die internationalen Großbanken eine robuste Basis gelegt und dabei ihre Kapitalstruktur gestärkt. Dennoch beständen in Kredit- und Handelsbüchern noch kleinere Risiken.

Großbanken in Frankfurt. (Symbolbild) | Foto: picture alliance / Frank May | Frank May

Trotz der Pandemie und globaler Rezession befinden sich die internationalen Großbanken insgesamt in einer guten Verfassung. Dies bescheinigt das Schweizer Kreditresearchhaus Independent Creditview in einer Analyse der Kreditinstitute, über die die Börsen-Zeitung berichtet.

Allerdings bestünden einige Schwierigkeiten, darunter wahrscheinlich steigende Problemkreditquoten, schränken die Analysten ein. Zudem kämpften - allerdings nur wenige -Banken mit strukturellen Problemen, darunter Commerzbank, Deutsche Bank und Credit Suisse, heißt es in der Studie.

Stabile bis positive Entwicklung erwartet

Laut dem Bericht der Börsen-Zeitung erwarten die Analysten mehrheitlich stabile bis positive Entwicklungen im laufenden und nächsten Jahr. Bisher gebe es kaum operativ defizitäre Banken. Die Institute hätten eine robuste Basis gelegt, indem sie Fortschritte bei der nachhaltigen Ertragskraft, dem Kapital und der Liquidität erreicht hätten.

Dazu beigetragen hätten aber auch eine schärfere Regulierung sowie eine massive Unterstützung durch Staaten, Zentralbanken und Bankenaufsicht zugunsten von Haushalten und Unternehmen und dadurch auch der Banken.

Anstieg von Kreditausfällen verkraftbar

Laut der Analyse könnte es sich aber auch um aufgeschobene Kreditausfälle handeln - ein Anstieg nach dem Auslaufen von Moratorien oder stattlichen Hilfsprogrammen sei aber in den meisten Fällen verkraftbar, so die Zeitung.

Schließlich würden der Analyse zufolge in Europa lediglich drei  Prozent des Gesamtkreditportfolios Kredite im Moratorium darstellen. Entsprechend würden auch schwächer positionierte Banken einen Puffer bei der harten Kernkapitalquote aufweisen, um weitere Belastungen aus Konjunktur und Regulatorik abzufedern, so die Börsen-Zeitung. 

Mängel in der Risikosteuerung

Trotz dieser grundsätzlich positiven Analyse weisen die Analysten dem Bericht der Börsen-Zeitung zufolge, auf mehrere Probleme hin, die auf die Banken zukommen könnten. So könnten sich aus den Kredit- und Handelsbüchern Risiken erwachsen, die bisher nicht angemessen identifiziert oder gesteuert worden seien, wie etwa die Schieflage des Hedgefonds Archegos gezeigt habe, die den Primebroker Credit Suisse in Schwierigkeiten gebracht hatte. Mängel in der Risikosteuerung beträfen auch Goldman Sachs, Morgan Stanley, Nomura und UBS.

"Einzelfälle" wie bei ABN Amro, Commerzbank und ING hätten zu markant höheren Risikokosten geführt, die aber vielfach merklich unter früheren Rezessionen gelegen hätten. Trotz solider Finanzkennzahlen würden die Geschäftsmodelle einzelner Banken aber gegen eine positivere Sicht ihrer Bonität sprechen, resümiert Independet Creditview dem Bericht zufolge.

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