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EZB-Aufseherin pocht bei Banken-Dividenden weiter auf Vorsicht

Falls die Institute den Empfehlungen nicht nachkommen, stehen den Regulierern auch "andere Werkzeuge zur Verfügung", sagt die spanische EZB-Aufseherin Margarita Delgado.

Die EZB in Frankfurt. | Foto: picture alliance / greatif | Florian Gaul

Die Europäische Zentralbank (EZB) pocht trotz des wohl bald auslaufenden Dividendenstopps auf maßvolle Ausschüttungen der Banken im Euroraum. Die EZB werde als Aufseherin die Institute aufrufen, weiter "vorsichtig" zu sein, sagte die spanische EZB-Aufseherin Margarita Delgado in einem am Montagabend veröffentlichten Interview der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die Zentralbank könne auch die dazu nötigen Schritte ergreifen. Ausufernde Ausschüttungen könnten zunächst die Empfehlung der EZB nach sich ziehen, zu einer eher durchschnittlichen Verteilungspolitik zurückzukehren, sagte Delgado. "Wir haben andere Werkzeuge, falls die Bank der Empfehlung der Aufsicht nicht nachkommt."

Ende des Dividenden-Stopps wohl im September

In der Corona-Krise hatte die EZB den größten Banken im Euroraum einen Dividendenstopp auferlegt, um eine mögliche Schieflage der Bilanzen in der Konjunkturkrise nicht durch zu hohe Geldabflüsse zu verschärfen. Der Stopp könnte laut EZB-Chefin Christine Lagarde im September auslaufen. Die Warnung der spanischen Vertreterin im EZB-Aufsichtsgremium dürfte nun die Hoffnung der Anleger auf allzu stark sprudelnde Ausschüttungen dämpfen.

In außergewöhnlichen Umständen und begleitet von "konstruktivem Dialog" könnten die Aufseher von den Banken höhere Kapitalpuffer verlangen oder andere finanzielle Maßnahmen anwenden, sagte Delgado. Zusätzlich zur finanziellen Stärke würden Ausschüttungspläne mit denen anderer Banken einer ähnlichen Größe oder einem ähnlichen Geschäftsmodell verglichen.

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