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Deutscher Bankenrettungsfonds weist für 2020 dreistelligen Millionenverlust aus

Belastet werden die Ergebnisse seit Jahren vom relativ schwachen Kurs der Commerzbank-Aktie. Doch auch die Rückstellungen der WestLB-Nachfolgerin Portigon machen sich bemerkbar.

Gebäude der FMS Wertmanagement in München | Foto: FMS Wertmanagement AöR

Der deutsche Bankenrettungsfonds FMS hat auch das Jahr 2020 mit hohem Verlust abgeschlossen. Unter dem Strich stand ein Minus von 323,6 Mio. Euro, wie die Bundesrepublik Deutschland Finanzagentur heute in Frankfurt mitteilte.

Ein Jahr zuvor waren es 470,4 Mio. Euro gewesen, 2018 musste der mit Steuergeldern finanzierte Fonds sogar gut 1,51 Mrd. Euro Miese verbuchen.

Aktienkurs der Commerzbank belastet

Belastet werden die Ergebnisse seit Jahren vom relativ schwachen Kurs der Commerzbank-Aktie. Der Finanzmarktstabilisierungsfonds (FMS) hält im Auftrag des Bundes 15,6 Prozent der Anteile des Frankfurter MDax-Konzerns. Der deutsche Staat hatte die Commerzbank in der Finanzkrise 2008/2009 mit Steuermilliarden vor dem Kollaps bewahrt und ist seither größter Einzelaktionär des Instituts.

Portigon-Rückstellung hat Auswirkungen

Neben den Commerzbank-Papieren verwaltet der Fonds Anteile an dem in der Finanzkrise verstaatlichten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate (HRE) sowie der WestLB-Nachfolgerin Portigon. Eine erstmals gebildete Rückstellung im Zusammenhang mit Portigon machte sich den Angaben zufolge im Jahresabschluss 2020 bemerkbar.

WestLB-Nachfolgerin soll Cum-Ex-Schuld begleichen

Der Rettungsfonds - auch unter der Kurzbezeichnung Soffin bekannt - war im Herbst 2008 auf dem Höhepunkt der Finanzmarktkrise aufgelegt worden. Mit Hilfe von Steuergeldern sollte mittels Garantien und Beteiligungen das deutsche Bankensystem stabilisiert werden.

23,3 Mrd. Euro Verlust seit Gründung

Seit seiner Gründung häufte der Fonds nach aktuellen Angaben 23,3 Milliarden Euro Verlust an. Wie viel davon am Ende beim Steuerzahler hängen bleibt, wird sich erst beziffern lassen, wenn der Fonds aufgelöst wird. Ein entscheidender Faktor dürfte sein, zu welchem Preis der Staat seine Commerzbank-Anteile verkaufen kann.

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