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EU schließt einige Großbanken von bestimmten Anleiheverkäufen aus

Die EU-Kommission nannte allerdings nicht die Namen der Institute, die ausgeschlossen werden sollen. Am Dienstag begab sie zudem die bisher größte Anleiheemission in einer einzelnen Tranche.

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (r.) spricht bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit EU-Kommissar Johannes Hahn über das Programm NextGenerationEU. | Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS | Stephanie Lecocq

Die Europäische Union hat einige in der Vergangenheit an Wettbewerbsverstößen beteiligte große Investmentbanken von bestimmten Anleiheverkäufen im Zusammenhang mit dem Corona-Wiederaufbaufonds ausgeschlossen.

Die EU-Kommission will sorgfältig prüfen, ob solche Primärhändler, die Wettbewerbsregeln gebrochen haben, mittlerweile notwendige Schritte zur Beendigung dieser Praktiken getroffen haben, wie die Brüsseler Behörde am Dienstag mitteilte. Bis zum Abschluss würden diese Institute zwar zum Primärhändler-Netzwerk zugelassen. Aber sie werden nicht eingeladen, für einzelne syndizierte Transaktionen zu bieten.

Keine Institute genannt

Die EU-Kommission benannte die Finanzinstitute, die ausgeschlossen werden sollen, nicht. Allerdings wurde auf drei Kartellfälle in den vergangenen drei Jahren verwiesen. In diese waren zehn der größten Primärhändler in der EU verwickelt. Zu den Banken, gegen die in zwei Fällen Strafzahlungen verhängt wurden, gehörten die Bank of America, Credit Agricole, Natixis, Nomura, Natwest Markets und die Unicredit. Sie hatten Wettbewerbsregeln gebrochen und an Anleihe-Kartellen teilgenommen. Die Deutsche Bank nahm zwar einem der Kartelle teil, erhielt aber keine Strafe, weil sie die Kommission über die Verstöße informiert hatte.

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Darüber hinaus wurden im Jahr 2019 wegen Manipulationen auf dem Devisenmarkt die Geldhäuser Barclays, Citigroup, JPMorgan und Natwest zu Strafen verdonnert. Die Banken Nomura, BofA, Barclays, Natixis, Credit Agricole, NatWest, Deutsche Bank, UniCredit, Citi und JP Morgan lehnten Stellungnahmen hierzu ab.

EU sammelt 20 Milliarden Euro ein

Die EU sammelte am Dienstag 20 Mrd. Euro aus ihrer ersten Anleihe ein, mit der ihr großangelegter Wiederaufbaufonds gestützt werden soll. Das Programm läuft unter der Bezeichnung NextGenerationEU. Das befristete Aufbauinstrument sieht ein Volumen von bis zu 800 Mrd. Euro vor, die bis Ende 2026 aufgebracht werden sollen. Es sei die bislang größte Emission institutioneller Anleihen in Europa, die bislang größte institutionelle Transaktion mit einer einzigen Tranche und der größte Betrag, den die EU in einer einzigen Transaktion erzielt hat, schrieb die EU-Kommission.

Nachfrage auf Rekordniveau

Die Nachfrage nach dem zehnjährigen Bond bewegte sich annähernd auf Rekordniveau. Die neue Anleihe mit zehnjähriger Laufzeit hat einen Kuponwert von null Prozent und erreichte eine Neuangebotsrendite von 0,086 % mit einem Spread von minus 2 Basispunkten gegenüber dem Mid-Swap-Satz, was 32,3 Basispunkten über der für im Februar 2031 fälligen 0,00 %-Anleihe entspricht. Das endgültige Orderbuch wies einen Überschuss von 142 Mrd. EUR aus, was bedeutet, dass die Anleihe mehr als sieben Mal überzeichnet war.

Als Konsortialführer fungierten BNP Paribas, DZ BANK, HSBC, IMI-Intesa Sanpaolo und Morgan Stanley mit Unterstützung von Danske Bank und Santander, hieß es in der Mitteilung der EU-Kommission.

Die Gelder aus dem rund 750 Mrd. Euro schweren Wiederaufbautopf sollen den Mitgliedsländern die Erholung von der Corona-Krise erleichtern.

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