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EZB will Geldschleusen weiterhin weit offen halten

Die EZB lässt den Leitzins unverändert bei 0,0 Prozent, der Einlagesatz verharrt ebenfalls unverändert bei minus 0,5 Prozent. Die Währungshüter stellen in Aussicht, nötigenfalls alle ihre Instrumente anzupassen.

Foto: picture alliance / greatif | Florian Gaul

Die Europäische Zentralbank (EZB) hält trotz einer sich abschwächenden Pandemie und steigender Inflationszahlen an ihren Konjunkturhilfen für die Wirtschaft fest.

PEPP-Programm umfangreicher als zu Jahresbeginn

Die Euro-Wächter um Notenbank-Präsidentin Christine Lagarde beschlossen am Donnerstag, dass die Ankäufe im Rahmen ihres billionenschweren Krisen-Anleihenkaufprogramms PEPP weiter deutlich umfangreicher ausfallen sollen als zu Jahresbeginn. Die Notenbank hatte das Tempo der Käufe im Frühjahr im Vergleich zu den Anfangsmonaten des Jahres deutlich erhöht. Die Währungshüter wollen vermeiden, dass sich die Finanzierungsbedingungen für Firmen, Staaten und Privathaushalte verschärfen. Denn das könnte die Erholung der Wirtschaft von den Pandemie-Folgen gefährden.

Weiter Strafzinsen für Banken

Ihren Leitzins zur Versorgung der Wirtschaft mit Geld beließen die Euro-Wächter auf dem Rekordtief von 0,0 Prozent. Seit März 2016 liegt er bereits auf diesem Niveau. Der Einlagesatz bleibt bei minus 0,5 Prozent. Geldhäuser müssen somit weiterhin Strafzinsen zahlen, wenn sie überschüssige Gelder bei der Notenbank horten. Die Währungshüter stellten zudem in Aussicht, nötigenfalls alle ihre Instrumente anzupassen.

Von einer Normalisierung, die den Namen auch verdient, ist die EZB jedenfalls noch weit entfernt, selbst wenn die PEPP-Käufe gestoppt sind.

Thomas Gitzel, Chefvolkswirt VP Bank

Vermutlich werde die EZB das PEPP-Programm im März 2022 auslaufen lassen, schreibt Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP BAnk Group in Vaduz, in einer Einschätzung nach Bekanntgabe der Beschlüsse. "Von einer Normalisierung, die den Namen auch verdient, ist die EZB jedenfalls noch weit entfernt, selbst wenn die PEPP-Käufe gestoppt sind", so Gitzel.

Der Rat der EZB ist der von der Pandemie geschwächten Wirtschaft mit diversen Stützungsmaßnahmen zur Seite gesprungen. Das im Frühjahr 2020 aufgelegte Notfall-Kaufprogramm PEPP, das Staatsanleihen, Firmenanleihen und andere Titel umfasst, wurde bereits zweimal aufgestockt. Es hat einen Kaufrahmen von 1,85 Billionen Euro und die Käufe sollen noch bis mindestens Ende März 2022 fortgesetzt werden.

Zudem hat die Notenbank langfristige, sehr günstige Kreditprogramme für Banken aufgelegt, die in der Fachwelt "TLTRO" genannt werden.

Banken können auf weitere Geldspritzen der EZB hoffen

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