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Kreditfluss an Unternehmen im Euroraum verliert an Dynamik

Banken vergaben im April 3,2 Prozent mehr Darlehen an Unternehmen als im Vorjahreszeitraum, wie die Europäische Zentralbank mitteilte. Im März hatte der Zuwachs noch bei 5,3 Prozent gelegen.

Eingang zur EZB in Frankfurt | Foto: picture alliance / greatif | Florian Gaul

Das Wachstum bei den Firmenkrediten im Euroraum hat zu Beginn des zweiten Quartals deutlich an Schwung verloren. Banken vergaben im April 3,2 Prozent mehr Darlehen an Unternehmen als im Vorjahr, wie die Europäische Zentralbank (EZB) am Montag mitteilte.

Im März hatte der Zuwachs noch bei 5,3 Prozent gelegen. Bei den Zahlen muss wie schon bei der Meldung zum März berücksichtigt werden, dass die Vergleichsbasis den Pandemiebeginn im Europa im Frühjahr 2020 enthält, als die Nachfrage nach Krediten besonders hoch war. Die Geldhäuser reichten an die Privathaushalte im April 3,8 Prozent mehr Darlehen aus als ein Jahr zuvor. Im März hatte der Zuwachs 3,3 Prozent betragen.

PEPP-Anleihekaufprogramm beschleunigt

Die EZB hat ihre lockere Geldpolitik zur Stützung der Wirtschaft in der Corona-Krise zuletzt bekräftigt. Dabei hat sie das monatliche Tempo ihrer Notfall-Anleihenkäufe im Rahmen ihres billionenschweren Kaufprogramms PEPP kräftig erhöht. Mit der höheren Geschwindigkeit wolle sie erreichen, dass die Finanzierungskosten für Unternehmen, Staaten und Haushalte mitten in Krise günstig bleiben und sich nicht verschärfen. Der Kreditfluss an die Wirtschaft soll während der Pandemie nicht abreißen.

Die Geldmenge M3 nahm im April um 9,2 Prozent zu. Volkswirte hatten mit einem Anstieg von 9,5 Prozent gerechnet. Zu M3 gehören unter anderem Bargeld, Geld auf Girokonten und Geldmarktpapiere. Die Entwicklung der Messgröße wird von Volkswirten genau verfolgt. Auf mittlere bis lange Sicht gilt die Geldmenge als Indikator für die Entwicklung der Inflation.

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