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Pandemie verstärkt Trend zur Digitalisierung in der Finanzbranche

Dabei werden Widersprüche deutlich, zeigt eine aktuelle Studie. Denn fast zwei Drittel der befragten Führungskräfte sind der Ansicht, dass die Digitalisierung nur eine kurzfristige Erscheinung sei.

Die Folgen der Pandemie aus Sicht der Finanzbranche | Foto: Tink

Die Covid-19 Maßnahmen haben viele Banken dazu gezwungen, sich auf ihr digitales Angebot zu konzentrieren. Laut der jüngsten Studie der Open-Banking-Plattform Tink hat sich damit einhergehend die Digitalisierung von Finanzdienstleistungen beschleunigt.

Für die Studie wurden 308 Führungskräfte aus der Finanzbranche in zwölf Ländern befragt.

Deutsche Banken halten sich für zu langsam

Trotz der Innovationen der vergangenen anderthalb Jahre sind immer noch 65 Prozent der Manager der Meinung, dass der Fortschritt noch schneller vorangehen muss. In Deutschland vertreten beinahe drei Viertel der Befragten diesen Standpunkt. Noch mehr Finanzmanager hierzulande wollen ihre digitalen Angebote ausbauen.

Um die Beziehung zu ihren Kunden zu verbessern, wollen sich 70 Prozent auf das Nutzungserlebnis beispielsweise in der Bank-App konzentrieren. Hier sehen die Führungskräfte eine Chance, sich von der Konkurrenz abzuheben. Für 68 Prozent der Führungskräfte im Finanzbereich liegt der Fokus auf der Wiederherstellung der Rentabilität durch die Automatisierung und Rationalisierung von Geschäftsprozessen.

Digitalisierung nur vorübergehender Trend?

Die Notwendigkeit, auf digitale Angebote umzusteigen, sehen einige der befragten Manager allerdings durchaus kritisch. Beinahe 60 Prozent denken, dass die Phase der Digitalisierung nur von kurzer Dauer ist und das Geschäft wieder zur bekannten Normalität zurückkehrt.

Zwei Drittel sind darüber hinaus der Meinung, Covid habe ihr das Geschäftsrisiko erhöht. Viele Unternehmen könnten mit auslaufender staatlicher Hilfe nicht mehr in der Lage sein, ihre Kredite zu bezahlen, heißt es zur Erklärung. Diese notleidenden Kredite könnten sich wiederum rasch als ernsthafte Probleme für die europäischen Kreditinstitute herausstellen.

Die Umfrage zum Thema "Open banking in the post-pandemic world" wurde im Februar und März 2021 von dem Marktforschungsinstitut YouGov durchgeführt.

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Neue Mitarbeitende verzweifelt gesucht

Der Fachkräftemangel trifft auch die Finanzbranche mit voller Wucht: Laut einer Erhebung haben Banken in Deutschland im ersten Halbjahr mehr als 65.000 offene Stellen ausgeschrieben, das sind 81 Prozent mehr als im Vorjahr.

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