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Rückkehr von Wolfgang Grenke in den Grenke-Konzern ist weiter ungewiss

Der Grenke-Vorstand verfüge über keine neuen Erkenntnisse hinsichtlich seines ruhenden Aufsichtsratsmandats. Das könne nur er selbst beantworten, sagte Vorstandsvorsitzende Antje Leminsky.

Wolfgang Grenke | Foto: Grenke AG

Die Rückkehr von Wolfgang Grenke in den Grenke-Konzern ist weiter ungewiss. "Diese Frage kann nur Herr Grenke selbst beanworten", sagte Vorstandsvorsitzende Antje Leminsky in einer Telefonkonferenz anlässlich der Veröffentlichung weiterer Erkenntnisse aus dem Mazars-Zwischenbericht.

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Der Gründer und ehemalige Vorstandsvorsitzende des nach ihm benannten Konzerns lässt sein Aufsichtsratsmandat seit September 2020 ruhen.

Einer der wesentlichen Kritikpunkte im Mazars-Zwischenbericht sei hinsichtlich der Vergabe von Krediten an kleine und mittelständische Unternehmen (KMUs) durch die Grenke Bank aufgekommen. Diesbezüglich zeigte sich der Grenke-Vorstand in der Telefonkonferenz unbesorgt.

Konzerninterne Kredite

Die wesentlichen Kritikpunkte, die Mazars im Zwischenbericht zu den fehlenden Sicherheiten der Kredite aufgeworfen habe, betreffen konzerninterne Kredite, sagte Finanzvorstand Sebastian Hirsch.

Auch bei der Geldwäscheprävention hatte Mazars Kritik geäußert, auf die Grenke nun eingehen wolle. Diese Kritik ist allerdings zum heutigen Tage keine Neuheit: Bereits Anfang Februar hatte der Konzern mitgeteilt, dass die BaFin Beanstandungen bei Compliance und Geldwäscheprüfung geäußert hatte.

Der Konzern hatte bereits Anfang 2021 die Position der Chief Risk Officer geschaffen - für Compliance und Geldwäscheprävention sei demnach künftig Isabel Rösler verantwortlich, hieß es damals. Dies wurde mit dem Ausscheiden des ehemaligen Vorstands, Mark Kindermann, bekräftigt.

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Bisher habe Grenke für die Geldwäscheprüfung einen spezifischen Dienstleister verwendet. Es habe sich gezeigt, dass die Anforderungen in der Definition der Risikoklassifikation von Kundengruppen sehr viel tiefer als vor einigen Jahren erforderlich sei, sagte Leminsky.

Etwas detaillierter und umfangreicher

Daraus abgeleitet müssten die Maßnahmen künftig "etwas detaillierter und umfangreicher" sein. "Mit dem Themenkomplex beschäftigt sich die Grenke Bank. Sie befindet sich in der Institutsspezifischen Überarbeitung", so Leminsky. Alle daraus resultierenden Maßnahmen seien dann vorzunehmen. In der Vergangenheit habe es dazu allerdings keine Indikationen von den Prüfern gegeben, ergänzt sie.

Der Grenke-Vorstand bestätigte außerdem, dass die CTP GmbH vor 2020 nicht Stingaciu, sondern rechtlich sowie wirtschaftlich im Besitz von Herrn und Frau Wilhelm gewesen sei. Dass es sich bei Stingaciu um eine Related Party gehandelt habe, hätte der Vorstand bisher nicht feststellen können. "Wir können nur die Informationen verarbeiten, die uns vorliegen", hieß es vom Vorstand.

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