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Deutsche Bank startet digitale Firmenkundenoffensive mit Mastercard

Die Deutsche Bank will sich in Zukunft eine dickere Scheibe vom rasant wachsenden Payment-Markt abschneiden. Dazu steigt die Unternehmensbank wieder ins Zahlungsakzeptanzgeschäft ein und vertieft die Zusammenarbeit mit Mastercard.

(v.l.) Ole Matthiessen, verantwortlich für das Cash Management, und Kilian Thalhammer, Leiter Merchant Solutions, von der Deutschen Bank | Foto: Deutsche Bank

Man wolle die "Lücke in der Wertschöpfungskette schließen", sagt Ole Matthiessen, bei der Deutschen Bank verantwortlich für das Cash Management als er heute in einem virtuellen Pressegespräch den Plan der Unternehmensbank vorstellte, gemeinsam mit Mastercard die "Entwicklung innovativer digitaler Zahlungsverkehrslösungen" für Unternehmen anzugehen. Dazu steigt die Deutsche Bank auch wieder in das Zahlungsakzeptanzgeschäft ein, also die Beziehung zwischen dem eigenen Unternehmenskunden und dessen Endkunden, - ein Bereich aus dem man sich zuvor lange zurückgezogen hatte.

Die Bank bietet bislang Leistungen als Issuer und Acquirer im klassischen Zahlungsumfeld. Im Bereich Merchant Solutions sollen Kartenakzeptanz und Zahlungsakzeptanz künftig zu einem Angebot verschmelzen. Mastercard steht dabei als Innovationspartner zur Seite.

Zu erwarteten Erträgen aus der Zusammenarbeit machte Matthiessen keine Angaben. Nur so viel: Die neue Aufstellung werde helfen, die Ziele der Corporate Bank zu erreichen.

Bessere Ausgangssituation

Gegenüber Technologieanbietern, die in dem Markt arbeiten, sieht sich Matthiessen besser aufgestellt: "Eine stärkere Regulierung ist für Fintechs ist in Sicht , die Deutsche Bank hat da eine bessere Ausgangssituation."

Firmenkunden digital abholen

Deutschlands größte börsennotierte Bank bezieht mit dem Schritt Stellung in einem schnell wachsenden Geschäftsfeld: Die digitale Zahlungsabwicklung wächst weltweit um sechs Prozent pro Jahr, bezogen auf Umsätze und um elf Prozent, bezogen auf die Anzahl der Transaktionen.

Die Corona-Pandemie habe den Wandel hin zu digitalen Zahlungsverkehrslösungen auch bei Unternehmen exponentiell beschleunigt, so Matthiessen. Gemeinsam mit Mastercard plant die Unternehmensbank deshalb, Firmen bei der digitalen Transformation stärker zur Seite zu stehen, etwa bei der Integration von Zahlungsströmen in ihr Finanz- und Rechnungswesen.

Die Deutsche Bank sieht einen großen Bedarf von Corporate-Kunden im B2B- und B2C-Markt – vor allem im B2B will man Kunden auch bei veränderten Geschäftsmodellen wie etwa Marktplatzlösungen, Pay per Use und Direct-to-Consumer-Modellen helfen.

SoftPOS-Produkt kommt im vierten Quartal

Kilian Thalhammer, Leiter Merchant Solutions bei der Deutschen Bank, zeichnet die Entwicklung vor, die man dort in den kommenden Jahren erwartet: "Bis 2023 wird sich der Anteil der klassischen Kartenzahlungen reduzieren, daher kommt es darauf an, im Akzeptanzbereich möglichst flexibel zu sein und viele Angebote zu integrieren" so Thalhammer. Es gehe um die "letzte Meile zum Händler".

Zunächst sollen Bestandskunden für die neue Leistung gewonnen werden. Im Blick hat man dabei die rund 800.000 Biz-Banking-Kunden sowie die betreuten Large und Mid Cap-Firmen. Konkret plant die Deutsche Bank ihr Akzeptanzprodukt im dritten Quartal in den Markt einzuführen - zuerst in Deutschland und dann schrittweise europaweit und schließlich global.

Für das vierte Quartal ist zudem der Launch des SoftPOS-Produkts geplant, eine Software-Lösung, die bestehende Bezahlstationen beim Händler ersetzen soll. "Denkbar ist die digitale Integration in Kassensysteme, aber mit der Software lässt sich auch jedes Telefon enablen", so  Thalhammer.

Gute Voraussetzung als Marktführer bei der Euro-Zahlungsabwicklung

Als eine der weltweit führenden Banken bei der Euro-Zahlungsabwicklung und einer der größten Clearer von US-Dollar-Zahlungen außerhalb der USA sieht sich die Bank dafür gut positioniert, auch weil die Deutsche Bank das gesamte Spektrum im Zahlungsverkehr abdecke, beginnend bei der Herausgabe einer Karte über die Akzeptanz beim Händler bis hin zur Abwicklung von Zahlungen im In- und Ausland.

 

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