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"Unsere Zinserträge werden sich einpendeln", sagt Liane Buchholz

Im Interview mit FinanzBusiness erklärt die Präsidentin, warum sie mit einer Stabilisierung auf Ertragsseite rechnet, die europäische Einlagensicherung für schlicht unnötig erachtet und säulenübergreifende Fusionen schwierig sind.

Liane Buchholz | Foto: SVWL

"Die Zinserträge werden sich in den kommenden Jahren auf dem jetzt erreichten Niveau einpendeln." Das sagte Liane Buchholz, Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, FinanzBusiness im Interview.

Die Zinserträge werden sich in den kommenden Jahren auf dem jetzt erreichten Niveau einpendeln.

Liane Buchholz, Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe

Dabei geht Buchholz, die ausweislich ihres Wikipedia-Eintrags von 1998 bis 2016 als Professorin für Betriebswirtschaftslehre der Banken an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin gelehrt und sich in dieser Zeit in Forschung und Lehre auf Risikomanagement spezialisiert hat, gar nicht von einem Zinsanstieg aus.

"Der Finanzierungsbedarf steigt und damit wächst das Volumen des Kreditgeschäfts und damit auch die Margen", so Buchholz, die Modellrechnungen die bis 2030 reichen, anführt.

Das Ende der Fahnenstange

Derweil bedarf es keiner gemeinsamen europäischen Einlagensicherung, um die Bankenunion in der Staatengemeinschaft zu vollenden. "Wer glaubt denn, dass die Bankenunion erst vollendet ist, wenn Edis kommt, um in Schieflage befindlichen Instituten außerhalb Deutschlands beizuspringen. Das muss man dem deutschen Sparer auch erst einmal erklären. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht.", sagte Buchholz im Gespräch mit FinanzBusiness.

Wer glaubt denn, dass die Bankenunion erst vollendet ist, wenn Edis kommt, um in Schieflage befindlichen Instituten außerhalb Deutschlands beizuspringen. Das muss man dem deutschen Sparer auch erst einmal erklären. Das Ende der Fahnenstange ist erreicht.

Liane Buchholz, Präsidentin des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe

Nach Ansicht der Sparkassenverbandspräsidentin ließe sich auch die Bankenabgabe, die sich allein im vergangenen Jahr auf 2,2 Mrd. Euro summiert habe, im Falle eines Falles verwenden.

Eine Bankenkonsolidierung außerhalb der eigenen Säule hält Buchholz für "de facto unvorstellbar. Zum einen stelle die "kommunale Anbindung der Sparkassen einen wichtigen Wert" dar. Zum anderen stelle allein die IT ein unüberbrückbares Hindernis. "Selbst wenn wir die Commerzbank kaufen wollten, könnten wir sie technisch gar nicht anbinden", sagte Buchholz.

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