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Europäische Banken sind vom Ziel einer EU-Einlagensicherung weit entfernt

Obwohl die EU-Richtlinie eine Finanzausstattung von 0,8 Prozent der gedeckten Einlagen vorschreibt, liegen Banken in Deutschland liegen bei 0,52 Prozent. Andere europäische Länder hingegen liegen noch niedriger.

Euroscheine (Themenbild) | Foto: picture alliance | Andreas Pulwey

Für die Einführung einer Einlagensicherung auf europäischer Ebene gibt es einer neuen Studie des Centrum für Europäische Politik (Cep) zufolge weiterhin kaum eine gemeinsame Basis in der Eurozone. Das schreibt die Börsen-Zeitung in ihrer Dienstagsausgabe.

Grund sind laut Cep die fehlenden Fortschritte bei der Angleichung der bereits existierenden nationalen Systeme zum Sparerschutz. Die Freiburger Denkfabrik, die die Systeme in den drei größten Volkswirtschaften im Euroraum – Deutschland, Frankreich und Italien – genauer unter die Lupe genommen hat, spricht in ihrer Untersuchung von weiterhin "gravierenden Unterschieden".

Hürden für die Einlagensicherung "weiterhin hoch"

Dies gilt nach Angaben des Cep nicht nur für den institutionellen Aufbau der Systeme, sondern auch für die Finanzausstattung, die befristet erhöhten Deckungssummen oder die alternative Nutzung von Finanzmitteln. Die Hürden für eine gemeinsame Einlagensicherung seien "weiterhin hoch", betonte der Ökonom Bert Van Roosebeke, einer der Autoren der Studie. Dabei habe eigentlich eine EU-Richtlinie aus dem Jahr 2014 eine schrittweise Angleichung bewirken sollen.

Höhere Vorgaben in Portugal und Griechenland

Wie die Zeitung weiter schreibt, verlangt die Richtlinie grundsätzlich eine Finanzausstattung von 0,8  Prozent der gedeckten Einlagen (bis zu 100.000 Euro) bis Mitte 2024. Frankreich hat sich eine Quote von lediglich 0,5  Prozent ausgehandelt. In anderen Ländern wie Portugal, Malta, Estland oder Griechenland wurden zum Teil deutlich höhere Vorgaben gemacht.

Laut der Bestandsaufnahme des Cep mit Zahlen von Ende 2019 ist das Einlagensicherungssystem der italienischen Privatbanken mit 0,23  Prozent davon noch weit entfernt. Frankreich liegt demnach bei 0,37  Prozent. Und in Deutschland erreichen die Privatbanken 0,52  Prozent.

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