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Deutsche Börse verstärkt mit Übernahme von ISS ihr ESG-Datenangebot

Der Börsenbetreiber übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung von rund 80 Prozent an ISS. Im Zuge der Transaktion wird der ESG und Corporate Governance Datenanbieter Institutional Shareholder Services mit rund 2,3 Mrd. Dollar bewertet.

Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG | Foto: Deutsche Börse

Das Thema nachhaltiger Kapitalanlagen (engl. Environmental, Social and Governance, kurz: ESG) sorgt für Kaufinteresse an entsprechenden Datenanbietern. So meldet die Deutsche Börse den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung an Institutional Shareholder Services Inc. (ISS), einem US-Anbieter von Daten und Research-Lösungen für Governance und Nachhaltigkeit. Durch den Zukauf beabsichtigt der Börsenbetreiber die Datenbasis für seine Kunden in den Segmenten Corporate Governance und ESG auszubauen.

ISS bediene weltweit mehr als 4000 Kunden, heißt es in der Mitteilung von Deutsche Börse am späten Dienstag. Der Transaktion liege eine bar- und schuldenfreie Bewertung von rund 2,3 Mrd. Dollar zugrunde. Verkäufer sind ISS und die Private Equity Gesellschaft Genstar Capital aus San Francisco. Nach Abschluss der Transaktion, die - vorbehaltlich regulatorischer Freigaben - für das erste Halbjahr 2021 erwartet wird, werden Genstar Capital und das aktuelle ISS-Management mit circa 20 Prozent an ISS beteiligt bleiben.

Im Bereich ESG ist ISS einer der führenden Anbieter. Die ESG-Expertise und das Leistungsspektrum von ISS auf der Datenseite ergänzen das Geschäftsmodell der Deutschen Börse über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg perfekt.

Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG

"Im Bereich ESG ist ISS einer der führenden Anbieter. Die ESG-Expertise und das Leistungsspektrum von ISS auf der Datenseite ergänzen das Geschäftsmodell der Deutschen Börse über die gesamte Wertschöpfungskette hinweg perfekt", sagte Theodor Weimer, Vorstandsvorsitzender der Deutsche Börse AG, in der Mitteilung.

Für 2020 wird erwartet, dass ISS Nettoerlöse von mehr als 280 Mio. Dollar (pro-forma IFRS) und eine bereinigte EBITDA-Marge von ungefähr 35 Prozent vor Transaktionseffekten erzielt. Bei den Nettoerlösen wird erwartet, dass diese bis 2023 mit durchschnittlich mehr als fünf Prozent pro Jahr organisch wachsen. Die Gruppe Deutsche Börse wird ISS als separates Segment im Geschäftsfeld Pre-Trading ausweisen.

Wachstum bei Index- und Analytics-Lösungen im Blick

ISS bedient mehr als 4000 Kunden, darunter weltweit führende institutionelle Investoren. Die Partnerschaft zielt darauf ab, sowohl für ISS als auch für Qontigo, als Tochterunternehmen der Deutschen Börse, mit seinen Index- und Analytics-Kompetenzen Wachstumschancen für ESG-Lösungen zu generieren.

Zu den weiteren Anknüpfungspunkten für die Zusammenarbeit gehört der Datenvertrieb von ISS, der von Clearstream, dem Nachhandelsdienstleister der Deutschen Börse, in Vertriebsservices von Investmentfonds profitieren wird. Es wird erwartet, dass die Umsatzsynergien bis 2023 zu einem zusätzlichen EBITDA von 15 Mio. Euro führen.

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