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Wegen Corona steht Banken "ein langer, kalter Winter bevor", sagt Cornelius Riese

Institute müssten noch mehr auf Effizienz achten, mahnt derweil der Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank.

Eingeschneite Deutsche Bank Filiale in Oberwiesenthal, Erzgebirge. | Foto: picture alliance/imageBROKER

Die Folgen der Corona-Pandemie sind für die Banken hierzulande noch lange nicht ausgestanden. Das ist der Tenor eines Panels auf der Euro Finance Week, an der mehrere Vorstände deutscher Institute teilnahmen.

Es ist ein langer, kalter Winter, der der Branche bevorsteht, und der wird etwas länger dauern als der meteorologische Winter.

Cornelius Riese, Co-Vorstandsvorsitzender der DZ Bank

"Es ist ein langer, kalter Winter, der der Branche bevorsteht, und der wird etwas länger dauern als der meteorologische Winter", sagte Cornelius Riese, der Co-Vorstandsvorsitzende DZ Bank, auf der Veranstaltung.

Auch Bettina Orlopp, Finanzvorständin der Commerzbank, sieht die Institute in Folge der Pandemie unter Ertragsdruck angesichts der ultralockeren Geldpolitik der Europäischen Zentralbank (EZB). Auf der einen Seite wachse die Sparquote der Privathaushalte, auch wenn es "in den vergangenen Monaten einen Trend zur Investmentkultur gibt", sagte Orlopp.

Firmenkunden üben Investitionszurückhaltung

Auf der anderen Seite üben sich laut Orlopp Firmenkunden in Investitions-Zurückhaltung was zum Aufbau von Liquiditätspolstern in den Instituten führe.

"Die Notwendigkeit, strukturelle Probleme anzugehen, ist jetzt dringender denn je", mahnte derweil der Vize-Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), Luis de Guindos, laut Redetext. Es sei "dringend erforderlich, strukturelle Schwächen im europäischen Bankensektor zu beseitigen, indem Überkapazitäten abgebaut und die Kosteneffizienz verbessert werden, um die anhaltend niedrige Profitabilität zu beheben".

Härtere Arbeit hin zu höherer Effizienz gefordert

Zwar hätten die Institute in der Pandemie ihre Bemühungen zur Senkung von Kosten verstärkt. Sie müssten aber noch härter auf eine höhere Effizienz hinarbeiten. "Konsolidierung durch Fusionen und Übernahmen ist ein weiterer potenzieller Weg, um Überkapazitäten in diesem Sektor abzubauen", bekräftigte de Guindos in der schriftlich veröffentlichten Rede.

Auf der Euro Finance Week selbst wiederholte der EZB-Vize diese Aussagen nicht, da er seine Rede aufgrund technischer Probleme nicht halten konnte.

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