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Sparkasse Köln-Bonn wird zur Bank auf sechs Rädern

Deutschlands zweitgrößte Sparkasse verkleinert ihr Filialnetz, will dafür aber ihre digitalen Angebote ausbauen. Wo Lücken entstehen, rollen künftig mobile Filialen an.

Eine mobile Filialen der Sparkasse Köln-Bonn | Foto: Sparkasse KölnBonn

Die Sparkasse Köln-Bonn steht vor einem Umbau. 17 Filialen werden ab Dezember geschlossen, an weiteren Standorten will das Institut seine Flächen modernisieren und künftig auch zwei Busse losschicken.

Lücken schließen, Grundversorgung sichern

Die mobilen Filialen schließen dort Lücken, wo sie entstehen, vor allem sollen sie die Grundversorgung in den Stadtteilen sichern: Kunden könnten hier Geld abheben, sich aber auch beraten lassen, heißt es in einer Mitteilung.

Wir folgen der Änderung des Kundenverhaltens, die sich durch die Corona-Krise noch einmal beschleunigt hat.

Volker Schramm, Vorstand, Sparkasse Köln-Bonn

"Wir folgen der Änderung des Kundenverhaltens, die sich durch die Corona-Krise noch einmal beschleunigt hat, und entwickeln unser Vertriebsnetz zukunftsfähig weiter", erklärt Privatkundenvorstand Volker Schramm. "Wir passen das Filialnetz und die Direktberatung per Telefon und Chat bedarfsgerecht an und bringen zusätzlich innovativ-digitale und mobile Formate." Die Veränderungen in Zahlen:

  • Die Option zum Onlinebanking nutzen mittlerweile 466000 Kunden (Stand: Ende September 2020). Gegenüber 2015 entspreche das einem Plus von 40 Prozent. Insgesamt verzeichnete die Internet-Filiale der Sparkasse im laufenden Jahr bislang 37 Mio. Besuche.
  • Mehr los ist auch an den SB-Geräten. Hier stieg die Nutzungsrate in den vergangenen zehn Jahren um 50 Prozent, parallel sank die Zahl der Kundenkontakte von Mitarbeitern (um 40 Prozent).

"All diese Entwicklungen führen dazu, dass wir unsere Beratungskapazitäten konzentrieren, anstatt für Kundschaft und Mitarbeitende Leerlauf bei der Beratung entstehen zu lassen", so Schramm.

Dazu dienen auch die neuen Filialen, die auf Fernberatung umgestellt werden – Kunden erreichen ihre Berater dann jeweils per Video-Chat.

Beratung per Video-Chat an sieben Standorten

Das Konzept startet Mitte Dezember zunächst am Standort Bonn-Poppelsdorf, im Frühjahr 2021 soll es dann auch in der Filiale am Chlodwigplatz greifen, ab Herbst kommenden Jahres dann in Dünnwald, Neubrück, Poll, Worringen und Dransdorf.

An der neuen Strategie arbeitet die Sparkasse bereits seit längerem. Öffentlich gemacht hatte sie ihre Pläne erstmals Ende 2019 – und betont jetzt erneut, dass man trotz der Reduzierungen "weiterhin über das dichteste Filialnetz aller Kreditinstitute in Köln sowie Bonn" verfüge.

Nach Umsetzung der Pläne wird die Sparkasse nach eigener Aussage noch mit 67 Filialen und Filialdirektionen in der Region vertreten sein, davon 17 in Bonn, 48 in Köln und zwei auf Achse.

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