FinanzBusiness

Bafin bekam 2019 ersten Tipp zu Rezeptabrechner AvP

Dem Finanzaufseher wird vorgeworfen, zu spät auf besorgniserregende Vorgänge reagiert zu haben. Laut Finanzministeriums sind auch Hinweise zu anderen Apothekenabrechnungsstellen bei der BaFin eingegangen.

Das Firmenschild des Apothekenrechenzentrums "AvP" | Foto: picture alliance/Marcel Kusch/dpa

Die Finanzaufsicht BaFin hat bereits vor einem Jahr einen ersten anonymen Hinweis auf mögliche Unregelmäßigkeiten beim mittlerweile insolventen Rezeptabrechner AvD erhalten. Diesen sehr unbestimmten Hinweis vom November 2019 habe der Tippgeber am 14. Januar 2020 konkretisiert, heißt es in der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine kleine Anfrage der FDP-Fraktion.

Die BaFin sei dem unverzüglich nachgegangen. Ende März habe die BaFin Kontakt zur zuständigen Staatsanwaltschaft aufgenommen. Zuerst hatte der "Spiegel" über die Antwort berichtet.

Sonderbeauftragter beantragte die Insolvenz

Die BaFin hatte im September einen Sonderbeauftragten zur Führung der Geschäfte der AvP entsandt, als Apotheker bereits seit Tagen auf ihr Geld warteten. Der Sonderbeauftragte meldete die Insolvenz an.

BaFin-Beauftragter stellt Insolvenzantrag für Rezeptabrechner AvP 

Zudem erstattete die Finanzaufsicht Strafanzeige, worauf die Düsseldorfer Staatsanwaltschaft Ermittlungen gegen zwei Beschuldigte wegen des Verdachts des Bankrotts aufnahm. Dem Finanzministerium zufolge sind von der AvP-Insolvenz nach derzeitigem Kenntnisstand rund 3100 Apotheker und andere Kunden betroffen. Über die Höhe der Verbindlichkeiten könnten noch keine belastbare Aussagen gemacht werden.

Die BaFin hat bei der AvP-Insolvenz als Aufsichtsbehörde versagt

Wieland Schinnenburg, FDP-Gesundheitspolitiker

"Die BaFin hat bei der AvP-Insolvenz als Aufsichtsbehörde versagt", kritisierte der FDP-Gesundheitspolitiker Wieland Schinnenburg. Sie habe besorgniserregende Vorgänge wie die Entlassung eines Geschäftsleiters und die Bestellung eines neuen Wirtschaftsprüfers nicht zum Anlass genommen, tätig zu werden. Teilweise habe sie Sachverhalte erst aus der Presse erfahren.

Nach Angaben des Finanzministeriums sind bei der BaFin mittlerweile Hinweise mit Bezug zu anderen Apothekenabrechnungsstellen eingegangen. Sie seien mutmaßlich durch die Medienberichterstattung über Fall AvP ausgelöst worden. Die BaFin nehme diese Hinweise ernst und gehe ihnen nach, heißt es in der Antwort weiter.

Mehr von FinanzBusiness

Die Mühlen der Justiz mahlen langsam, sagt Daniel Halmer

Deshalb geht der Gründer des Legal Tech-Unternehmens Conny auch anders an den aktuellen Ärger um die Rückerstattung von Kontoführungsgebühren nach einem BGH-Urteil heran. Legal Tech-Anbieter wie er könnten die Banken unter Druck setzen.

Beschwerden über die AGB-Praxis der Banken steigen rasant an

Zahlen der BaFin und der Verbraucherschützer zeigen: Die AGB-Praxis der Banken ist auch neun Monate nach einem richtungsweisenden BGH-Urteil höchst unterschiedlich. Insbesondere die Rückerstattung von Gebühren wird ein Fall für die Gerichte.

"Wir ermutigen jeden, Unternehmertum zu leben"

Michael Lorenz, Vorstand B2C Sales bei der Baufi24 Baufinanzierung, spricht im Interview mit FinanzBusiness über Inflation, steigende Zinsen und warum die Beratung vor Ort beim Immobilienkauf wichtig ist.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Neueste Nachrichten

Finanzjob