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Deutsche Pfandbriefbank trotzt der Corona-Krise im dritten Quartal - aber bleibt wachsam

Trotz höherer Erträge im dritten Quartal sorgt sich Vorstandschef Andreas Arndt um die Folgen der Corona-Krise. Neue Einkaufszentren und Hotels will die Bank erst einmal nicht finanzieren.

Andreas Arndt, Vorstandschef, Deutsche Pfandbriefbank Foto: Deutsche Pfandbriefbank

Trotz der Corona-Pandemie und der damit verbundenen Schwächung der Immobilienmärkte hat die Deutsche Pfandbriefbank (PBB) im dritten Quartal einen höheren Vorsteuergewinn auf Basis gestiegener Erträge erzielt.

Wie die PBB in München mitteilte, stieg der Vorsteuergewinn um sieben Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal auf 75 Mio. Euro. Das Zins- und Provisionsergebnis für das Quartal lag auch mit 127 Mio. Euro um 12 Prozent höher als vor einem Jahr.

Deutsche Pfandbriefbank wagt trotz gutem Sommer weiterhin keine Gewinnprognose

Laut der PBB profitieren die Erträge im dritten Quartal sowohl durch operativ stabile Zinserträge als auch durch den Zinsvorteil aus der Teilnahme an den längerfristigen Refinanzierungsgeschäften der EZB. "Das Ergebnis des dritten Quartal stützt unsere Erwartung an ein solides Zinsergebnis bei stabilem Verwaltungsaufwand im Jahr 2020," kommentierte PBB-Vorstandschef Andreas Arndt. "Es nimmt uns aber nicht die Sorgen über die Auswirkungen eines zweiten Lockdowns und struktureller Veränderungen in den Immobilienmärkten durch die COVID-19 Pandemie."

"Das positive Ergebnis des dritten Quartals nimmt uns nicht die Sorgen über die Auswirkungen eines zweiten Lockdowns und struktureller Veränderungen in den Immobilienmärkten durch COVID-19."

Andreas Arndt, Vorstandschef, Deutsche Pfandbriefbank


Corona-Pandemie belastet Zahlen für die neun Monate

Ein Blick auf die Zahlen für die ersten neun Monate zeigt, wie schwer die Pandemie das Geschäft belastet hat. Der Vorsteuergewinn ist um 43 Prozent auf 106 Mio. Euro eingebrochen und die Erträge sind um rund 29 Prozent auf 358 Mio. Euro zurückgegangen. Das Neugeschäft lag mit 4,4 Mrd. Euro um 52 Prozent unter dem Vorjahresniveau.

Die PBB musste zudem während der Periode die Risikovorsorge um 71 Prozent auf 84 Mio. Euro erhöhen. Darin enthalten ist eine Zuführung von 14 Mio. Euro, die aus einem Bewertungsabschlag für ein Einkaufszentrum in Großbritannien resultierte. Seit dem zweiten Quartal finanziere die PBB keine neuen Einkaufszentren, wie Arndt bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten sagte.

"Ich habe die Zahlen angeschaut, und die Pipeline ist sehr auskömmlich. Wir werden diese Deals auch zu sehr guten Margen realisieren."

Andreas Arndt, Vorstandschef, Deutsche Pfandbriefbank

Für das Gesamtjahr erwartet Arndt ein "solides Ergebnis", will jedoch wegen der Pandemie und dem damit verbundenen Unsicherheit über die Entwicklung der Risikovorsorge dies nicht konkretisieren. Trotz des schwierigen Umfeld betonte Arndt bei einer Telefonkonferenz mit Journalisten, dass die PBB über eine gut gefüllte Transaktionspipeline verfüge. "Ich habe gestern Abend die Zahlen nochmals angeschaut, und die Pipeline ist sehr auskömmlich. Wir werden diese Deals auch zu sehr guten Margen realisieren", sagte er.


PBB hat 2020 1,9 Mrd. Euro an Pfandbriefen begeben

Um sich als Bank zu refinanzieren, emittiert die PBB vor allem Pfandbriefe. Derzeit tragen die von PBB begebene Immobilienanleihen und die für den öffentlichen Dienst das Rating “Aa1” von Moody’s. Auf Nachfrage von FinanzBusiness sagte Arndt, die PBB habe 2020 insgesamt 3,4 Mrd. Euro an Anleihen emittiert, darunter auch 1,9 Mrd. Euro an Pfandbriefen. Der Löwenanteil des Volumens sei jedoch auf das erste und dritte Quartal entfallen, da die Konditionen für die Papiere mit Ausbruch der Pandemie im zweiten Quartal nicht attraktiv genug gewesen seien.

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