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EZB-Ratsmitglied Rehn sieht Deflationsgefahr in der Eurozone

Olli Rehn warnt vor sinkenden Preisen - sie könnten eine Abwärtsspirale auslösen und der Konjunktur schaden, sagte er dem "Handelsblatt".

Olli Rehn, Präsident der finnischen Zentralbank und EZB-Ratsmitglied. | Foto: picture alliance/Emmi Korhonen//dpa

Das finnische Ratsmitglied der Europäischen Zentralbank (EZB), Olli Rehn, hat wegen der wirtschaftlichen Folgen der Corona-Krise vor sinkenden Preisen in der Eurozone gewarnt.

"Die Gefahr einer Deflation ist wieder aufgetreten", sagte Rehn in einem Interview mit dem Handelsblatt (2. Juli). Man habe es mit einer Angebots- und einer Nachfragekrise zu tun. Vor allem aber fehle im gemeinsamen Währungsraum die Nachfrage, was tendenziell die Preise drücke, sagte der Präsident der finnischen Notenbank.

Inflation aktuell bei 0,3 Prozent

Sinkende Verbraucherpreise sind gefährlich für die konjunkturelle Entwicklung. Sie können eine Abwärtsspirale auslösen, wenn Verbraucher auf weiter fallende Preise spekulieren und Kaufentscheiden immer weiter nach hinten schieben.

In der Eurozone ist die Inflation im Juni zwar etwas gestiegen, sie hielt sich mit 0,3 Prozent aber nur knapp über der Nullmarke. In den kommenden Monaten rechnen Experten wegen der Corona-Krise mit einer weiter schwachen Preisentwicklung.

Inflation in der Eurozone steigt leicht an

Mehr Kredite, mehr Risiko

In der zuletzt hohen Nachfrage nach langfristigen Krediten der Notenbank an die Geschäftsbanken der Eurozone zu besonders günstigen Konditionen (TLTROs) sieht EZB-Rat Rehn ein positives Signal. Dies lasse auf eine Lockerung der Kreditbedingungen hoffen. Allerdings bestehe auch das Risiko, dass Unternehmen, die eigentlich nicht mehr lebensfähig seien, Kredite erhielten.

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