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Wirecard-Tochter in der Türkei geht an Finch Capital

Michael Jaffé hat einen Käufer für die Wirecard Türkei gefunden. Unter dem Dach der neugegründeten Nomu Pay soll das Unternehmen nun im ganzen Nahen Osten wachsen.

Die Zentrale der Wirecard AG | Foto: picture alliance / SvenSimon | Frank Hoermann/SVEN SIMON

Wirecard-Insolvenzverwalter Michael Jaffé kann einen weiteren Erfolg vermelden. Die türkische Tochtergesellschaft Wirecard Ödeme Ve Elektronik Para Hiz-metleri (Wirecard Türkei) wurde heute an Finch Capital verkauft. Die Übernahme erfolgt über das neugegründete irische Unternehmen Nomu Pay.

Der Gläubigerausschuss hat der Transaktion bereits zugestimmt, doch der Verkauf unterliegt noch der Genehmigung durch die örtlichen Aufsichtsbehörden.

Erfolg war nicht absehbar

Er freue sich, für die Wirecard Türkei eine Fortführungslösung realisieren zu können, so Jaffé in einer Mitteilung. "Dieser Erfolg war zu Beginn des Insolvenzverfahrens nicht absehbar, da zur Aufrechterhaltung des Betriebs in der Türkei auch eine Anpassung des Geschäftsmodells erforderlich war."

Dieser Erfolg war zu Beginn des Insolvenzverfahrens nicht absehbar, da zur Aufrechterhaltung des Betriebs in der Türkei auch eine Anpassung des Geschäftsmodells erforderlich war.

Michael Jaffé, Insolvenzverwalter bei Wirecard

Die Wirecard Türkei ist unter der E-Geld- und Zahlungslizenz der türkischen Zentralbank tätig und verfügt über eine Zahlungslizenz in ihrem Bereich.

Die Gesellschaft bietet Online-Zahlungslösungen für unterschiedliche Kunden wie etwa die türkischen Mobilfunkunternehmen an. Dabei bedient sie den regionalen Markt autonom und weitgehend ohne Verflechtungen mit der Wirecard Gruppe oder deren andere Tochterunternehmen.

Nomu Pay hat große Pläne

Diese Investition ist Teil des größeren Plans von Nomu Pay, in die Zahlungsverkehrsinfrastruktur in der Türkei und der Region des Nahen Ostens zu investieren. Weitere Details zur Strategie und zum Rebranding werden bekanntgegeben, wenn die Transaktion im Sommer 2021 voraussichtlich abgeschlossen ist.

Wir sehen enorme Wachstumschancen, um den Zahlungsverkehr für die 80 Millionen Einwohner der Türkei weiter zu verbessern.

Radboud Vlaar, Managing Partner von Finch Capital

"Wir sehen enorme Wachstumschancen, um den Zahlungsverkehr für die 80 Millionen Einwohner der Türkei weiter zu verbessern", sagte Radboud Vlaar, Managing Partner von Finch Capital zu der Übernahme.

Man suche zudem aktiv nach weiteren M&A-Möglichkeiten in der Region, um das Wachstum und die Entwicklung des Unternehmens, das weiter unter der Führung von CEO Serkan Yasin ist, zu beschleunigen.

Das letzte Stück Wirecard in Europa ist verkauft

Die Wirecard Türkei ist die letzte europäische Tochtergesellschaft, die nach dem Verkauf des Kerngeschäfts von Wirecard noch zur Verwertung in einem internationalen Investorenprozess anstand.

Der Löwenanteil, nämlich das Kerngeschäft des Zahlungsdienstleisters wie auch der Teile der Wirecard Bank, waren im Herbst 2020 an die spanische Großbank Banco Santander verkauft worden.

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Unabhängig davon laufen derzeit laut Angaben des Insolvenzverwalters noch weitere Investorenprozesse für einige Tochtergesellschaften in Asien.

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