FinanzBusiness

BIZ ruft Notenbanken zum "Ärmel hochkrempeln" bei Gestaltung von Digitalwährungen auf

Die "Notenbank der Notenbanken" mahnt, dass Notenbanken sonst von Innovationen großer Technologiekonzerne abgehängt werden könnten. Laut Benoit Coeure, Leiter des BIZ-Innovationszentrums, würde es "Jahre dauern", bis Währungshüter eigene Digitalwährungen einführen.

Benoit Coeure, Leiter des BIZ-Innovationszentrums | Foto: picture alliance / dpa | Filip Singer

Die Bank für Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ) hat die Notenbanken dazu aufgerufen, ihre Arbeiten an Digitalwährungen voranzutreiben – ansonsten drohten sie von den digitalen Initiativen großer Technologiekonzerne abgehängt zu werden, warnte der Leiter des BIZ-Innovationszentrums, Benoit Coeure, am Freitag auf einem Finanzforum in Ljubljana laut Redetext.

Wir sollten unsere Ärmel hochkrempeln und unsere Arbeiten an der Gestaltung der Kernelemente von CBDC beschleunigen.

Benoit Coeure, Leiter des BIZ-Innovationszentrums

Digitale Zentralbankwährungen (CBDC) müssten forciert werden. "Wir sollten unsere Ärmel hochkrempeln und unsere Arbeiten an der Gestaltung der Kernelemente von CBDC beschleunigen", sagte er.

Die in Basel ansässige BIZ wird auch als Notenbank der Notenbanken bezeichnet. Sie ist eine wichtige Denkschmiede für die internationale Geldpolitilk. Es brauche Jahre, bis Währungshüter eigene Digitalwährungen einführen könnten, erläuterte Coeure. Stablecoins - so werden weniger schwankungsanfällige Cyberdevisen bezeichnet – und Kryptowährungen seien aber bereits da.

Einführung digitaler Währungen wird global geprüft

Viele Notenbanken rund um den Globus prüfen die Einführung digitaler Versionen ihrer Währungen. Treibende Kraft ist die Digitalisierung des Zahlungsverkehrs in allen Lebensbereichen. Derweil drängen internationale Technologiekonzerne wie Facebook mit eigenen Cyberdevisen auf den Markt.

Die Europäische Union sei einzigartig aufgestellt, um dieser Zukunft zu begegnen, sagte Coeure. Hier könne auf ein schnelles Zahlungssystem aufgebaut werden, das auf dem neusten Stand der Technik sei. Zudem verwies Coeure auf starke Datenschutzregeln in Europa. Die Europäische Zentralbank (EZB) hatte im Juli eine wichtige Weiche für die mögliche spätere Einführung eines digitalen Euro gestellt.

EZB stellt Weichen für den Digitalen Euro 

Sie will nun zunächst in einer zweijährigen Untersuchungsphase die Kerneigenschaften eines Digitalen Euro festlegen. Bis der digitale Euro kommt, könnte es noch fünf Jahre dauern.

Mehr von FinanzBusiness

Banken bauen weiter Personal ab, aber nicht mehr so schnell

Bei allen Instituten sank die Mitarbeiterzahl 2020 zum Vorjahr um 1,6 Prozent, so der AGV Banken. Das private Bankgewerbe beschäftigt jetzt noch 151.600 Mitarbeiter. Geschäftsmodelle werden umgebaut, die Digitalisierung schreitet voran. Betroffen sind nicht nur Angestellte in den Großbanken.

Georg Hauer kehrt N26 den Rücken

Der General Manager für DACH & Nordeuropa bei der Neobank wechselt zu Hawk AI als Chief Operating Officer und Chief Financial Officer.

Bundesbank warnt vor "stranded assets"

Der Klimawandel könnte zu einer Entwertung des Kapitalstocks von Unternehmen oder einer Branche führen, rechnet die Zentralbank in ihrem neuen Monatsbericht vor: Damit steige der Druck auf die Kreditwürdigkeit von Banken.

Lesen Sie auch

Mehr dazu

Trial banner

Neueste Nachrichten

Finanzjob