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Bankmitarbeiter essen seltener in Kantinen - aber gesünder

Die Pandemie hat die Auslastung der Bankkantinen stark sinken lassen. Auf dem Weg zurück zur Normalität gehen die Betriebsküchen auf die veränderten Ernährungswünsche der Angestellten ein, wie eine Umfrage von FinanzBusiness ergab.

Gemüsespieß mit gegrilltem Tofu | Foto: picture alliance / dpa Themendienst | Monique Wüstenhagen

Die Veränderungen im Bankenwesen beschränken sich nicht nur auf Kredit-Konditionen oder Home-Office-Vereinbarungen, auch bei der kulinarischen Versorgung der Bankmitarbeiter stehen die Zeichen auf Veränderung. Nachdem im Volkswagen-Konzern medial vielbeachtet in einer Kantine die Currywurst abgeschafft wurde und gegen eine vegetarische Alternative ausgetauscht wurde, hat FinanzBusiness bei Banken nachgefragt.

Wir versuchen den Anteil von Gemüse aus nachhaltigem Anbau deutlich zu erhöhen und Anbau aus konventioneller Landwirtschaft zu vermeiden, um Gemüse mit möglichst vielen sekundären Pflanzenstoffen anbieten zu können.

Bruno Hünermund, Verantwortlicher für die Gastronomie der Helaba

Trend zu gesünderer Ernährung

"Wir versuchen den Anteil von Gemüse aus nachhaltigem Anbau deutlich zu erhöhen und Anbau aus konventioneller Landwirtschaft zu vermeiden, um Gemüse mit möglichst vielen sekundären Pflanzenstoffen anbieten zu können", sagt Bruno Hünermund, Verantwortlicher für die Gastronomie der Helaba. Die beliebtesten Speisen der Helaba-Mitarbeiter sind Pizza, gegrilltes Gemüse, Vegane Curry's und Pasta. Der Trend zu einer gesünderen Ernährung bei den Bankmitarbeitern sei nicht zu übersehen. Es laute das Motto: "Mehr bewusstes Genießen von natürlichen Produkten".

Der Helaba-Gastronomiechef erzählt: "Bereits seit 2014 haben wir eine tägliche vegane Menülinie (stark Gemüse und Hülsenfrüchte fokussiert) zusätzlich zur vegetarischen Menülinie. Diesen Fokus wollen wir noch deutlich verstärken und auf unsere tierischen Produkte möglichst ausdehnen. Damit ist gemeint, der Verzicht von Produkten aus  Stall- /Käfig- bzw. konventioneller Haltung."

Wir werden auch weiterhin in unseren Kantinen verstärkt vegetarische/vegane Alternativen und Aktionen bieten und das Angebot erweitern.

Ein Sprecher der Deutschen Bank

Auch die Deutsche Bank bietet in ihren Kantinen in Deutschland täglich vegetarische und vegane Gerichte an. Darüber hinaus können sich die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen durch die flexiblen Zusammenstellungsmöglichkeiten einzelner Komponenten sowie durch Salatangebote und sonstige Aktionen individuell zu ihrem Ernährungplan passend ihre Gerichte gestalten und auswählen. "Wir werden auch weiterhin in unseren Kantinen verstärkt vegetarische/vegane Alternativen und Aktionen bieten und das Angebot erweitern", so ein Sprecher.

Nachfrage nach klimafreundlichen Gerichten

Bei der DZ Bank ist in den vergangenen Jahren die Nachfrage nach vegetarischen/veganen Speisen gestiegen, wie der Leiter der Betriebsrestaurants Tobias Winkler FinanzBusiness bestätigt. Die beliebtesten Speisen bleiben jedoch Klassiker wie Spaghetti Bolognese, Pizza Diavolo und Schnitzel. Dennoch sieht er einen Trend zur Nachhaltigkeit. "Es werden mehr Klimagerichte nachgefragt", so Winkler und meint damit Gerichte, die einen geringen CO2-Wert haben.

Die beliebtesten Speisen der Targobank-Mitarbeiter sind: "Nach wie vor Fleischgericht-Klassiker wie Schnitzel, aber auch Pasta und Gemüse-Aufläufe oder -Currys. Auch die Salatbar wird immer häufiger genutzt und wurde daher auch hinsichtlich des Angebots ausgeweitet", so die Pressesprecherin Sonja Glock. Die Nachfrage nach vegetarischen Speisen nehme zu und auch Fischgerichte werden laut Glock gerne als Alternative zum Fleischgericht gewählt.

Hoffnung auf mehr als 50 Prozent Auslastung

Die Corona-Pandemie hat die Zahl der ausgegebenen Mahlzeiten in allen Bankkantinen deutlich reduziert. Bei der Helaba um etwa 70 Prozent. "In der neuen Realität der Zukunft rechnen wir mit 55 bis 75 Prozent Auslastung im Vergleich zu 2019 oder früher", sagt Hünermund. Schließungen von Kantinen seien jedoch nicht geplant.

In gleicher Höhe von rund 70 Prozent hat sich auch bei der DZ-Bank die Zahl derausgegebenen Mahlzeiten in der Pandemie reduziert. Mit einer Rückkehr zum Essen in der Kantine "wie in Zeiten vor der Pandemie" rechnet der Restaurantchef Winkler nicht. Schließungen werden deshalb jedoch nicht geplant, allerdings hofft der Kantinenmanager für den Rest des Jahres und das kommende Jahr auf eine "Steigerung der Anzahl an Gästen auf 50 Prozent des Vorkrisenniveaus".

Wünschenswert wären mehr als 50 Prozent Gäste vor Ort und damit gleichbleibende Speisenausgaben.

Sonja Glock, Pressesprecherin der Targobank

Bei der Targobank war der Einbruch noch stärker. "Dadurch, dass temporär bis zu 90 Prozent der Belegschaft in unserer Hauptverwaltung im Homeoffice gearbeitet hat, war die Nachfrage nach Kantinen-Essen temporär auch sehr stark rückläufig", so die Pressesprecherin. Die Kantinen werden aktuell grundsätzlich wieder deutlich stärker frequentiert, allerdings stehe die Auslastung in Abhängigkeit zur Home-Office-Regelung, so Glock. Schließungen von Kantinen sind auch bei der Targobank nicht geplant. Allerdings ist ihre Perspektive für den Rest des Jahres und das kommende Jahr: "Wünschenswert wären mehr als 50 Prozent Gäste vor Ort und damit gleichbleibende Speisenausgaben."

Neuer Trend?

Die Pressesprecherin der Targobank, Glock, verweist auf eine Beobachtung: "Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen haben die Möglichkeit, das Kantinen-Essen mit zu ihrem Arbeitsplatz zu nehmen. Davon wird auch vermehrt Gebrauch gemacht". Wie sich dieser Trend entwickele, sei jedoch eine Entscheidung der Angestellten.

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