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Euroraum-Schulden steigen erstmals über 100 Prozent der Wirtschaftsleistung

Erreicht wurde der neue Schuldenstand im ersten Quartal 2021. Zur Begründung verweist Eurostat auf die staatlichen Corona-Maßnahmen, die zu Jahresbeginn zu einem erhöhten Finanzierungsbedarf geführt haben.

Frau mit einer FFP2-Maske steht in einem der zahlreichen Testzentren in Deutschland | Foto: picture alliance / ZB | Matthias Tödt

Der öffentliche Schuldenstand in der Eurozone ist in den ersten drei Monaten des Jahres erstmals über 100 Prozent der Wirtschaftsleistung gestiegen. Das teilte das Statistikamt Eurostat am Donnerstag in Luxemburg mit.

Die Quote lag bei 100,5 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP), gegenüber 97,8 Prozent am Ende des vierten Quartals 2020. In der EU stieg die Quote von 90,5 Prozent auf 92,9 Prozent. Verglichen mit dem ersten Quartal 2020 erhöhte sich der öffentliche Schuldenstand im Verhältnis zum BIP sowohl im Euroraum (von 86,1 Prozent auf 100,5 Prozent) als auch in der EU (von 79,2 Prozent auf 92,9 Prozent).

Zur Begründung verweist die Behörde auf die staatlichen Maßnahmen als Reaktion auf die Covid-19-Eindämmungsmaßnahmen, die auch zu Jahresbeginn zu einem erhöhten Finanzierungsbedarf geführt haben.

Löwenanteil in Form von Schuldverschreibungen

Am Ende des ersten Quartals 2021 machten Schuldverschreibungen 82,6 Prozent des öffentlichen Schuldenstands des Euroraums und 82,2 Prozent des öffentlichen Schuldenstands der EU aus, heißt es in der Mitteilung weiter. Kredite machten 14,2 Prozent bzw. 14,7 Prozent und Bargeld und Einlagen 3,2 Prozent bzw. 3,1 Prozent des öffentlichen Schuldenstands im Euroraum und der EU aus.

Erst in der Vorwoche hatte Bankenpräsident Christian Sewing einen Richtungswechsel beim Thema Staatsverschuldung angemahnt. 

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