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EZB entscheidet über Einführung eines digitalen Euro

Die genossenschaftlichen Institute haben konkrete Vorstellungen von der Ausgestaltung der digitalen Währung.

Symbolbild | Foto: picture alliance / Bildagentur-online/Ohde

Die Europäische Zentralbank (EZB) will heute eine wichtige Weiche für die mögliche Einführung eines digitalen Euro stellen. Die Währungshüter wollen entscheiden, ob sie für ein entsprechendes Projekt grünes Licht geben sollen.

Derzeit prüfen Notenbanken rund um den Globus die Einführung digitaler Versionen ihrer Währungen. Treibende Kraft ist die zunehmende Digitalisierung des Zahlungsverkehrs in allen Lebensbereichen. Bei den Überlegungen spielt aber auch drohende Konkurrenz durch Cyberwährungen internationaler Technologiekonzerne eine Rolle, etwa durch die geplante Kryptodevise Diem von Facebook.

Zunächst eine Designphase

Zuletzt haben durch die Corona-Krise digitale Bezahlformen wie das Zahlen per Mobiltelefon in vielen Ländern weiter zugenommen. Sollte bei der EZB die Entscheidung zugunsten eines Pilotprojekts ausfallen, wird damit gerechnet, dass zunächst in einer Designphase die künftigen Kerneigenschaften eines digitalen Euro festgelegt werden.

Das könnte laut EZB-Direktor Fabio Panetta etwa zwei Jahre dauern. Sollte die EZB danach die Umsetzung beschließen, werden womöglich noch einmal zwei bis drei Jahre bis zur Einführung vergehen.

Die Einführung des digitalen Euros halte ich für wichtig, um die digitale und monetäre Souveränität des Euroraums zu sichern und die globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken.

Andreas Martin, BVR-Vorstandsmitglied

"Die Einführung des digitalen Euros halte ich für wichtig, um die digitale und monetäre Souveränität des Euroraums zu sichern und die globale Wettbewerbsfähigkeit zu stärken", sagte Andreas Martin, Vorstandsmitglied des Bundesverbandes der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) auf einer Pressekonferenz am Dienstag.

Martin ist ebenso wichtig, dass der digitale Euro den Bürgern - wie Bargeld auch - über die bestehende Bankverbindung für alltägliche Zahlungen zur Verfügung steht.

Der BVR-Vorstand fordert aber auch den Giralgeldtoken. "Mit ihm kann der Industrie, die immer mehr mit SmartContracts arbeitet, eine neue, in programmierten Anwendungen verwendbare Geldform zur Verfügung gestellt werden", so Martin.

Seiner Ansicht nach ist auch für die Finanzierung von Kapitalmarkttransaktionen eine neue Geldform für die Nutzung im Interbankenverkehr sinnvoll, um die Vorteile der Digitalisierung ausschöpfen zu können.

Nach unserer Überzeugung ist ein solches Ökosystem, das alle heutigen Geldformen - und weiterhin das Bargeld - berücksichtigt, innovativ und mehrwertstiftend, bei reduzierten Risiko für unser erfolgreiches Wirtschafts- und Währungssystem.

Andreas Martin, BVR-Vorstandsmitglied

"Nach unserer Überzeugung ist ein solches Ökosystem, das alle heutigen Geldformen - und weiterhin das Bargeld - berücksichtigt, innovativ und mehrwertstiftend, bei reduzierten Risiko für unser erfolgreiches Wirtschafts- und Währungssystem", sagte Martin.

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