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Deutsche-Bank-Chef verspricht Besserung bei der Geldwäsche-Kontrolle

Auf einer Branchenkonferenz kündigt Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing weitere Investitionen in die Geldwäsche-Prävention an. Erst kürzlich hatte das Institut nach einem Rüffel der BaFin Spitzenpersonal ausgetauscht.

Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing | Foto: picture alliance/dpa | Arne Dedert

Nach Medienberichten über drohende Geldwäsche-Sanktionen der US-Notenbank hat Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing stärkere Anstrengungen im Kampf gegen Finanzkriminalität versprochen. Das Institut habe in den vergangenen Jahren bereits Milliarden in den Ausbau von Kontrollsystemen investiert, aber ihm sei klar, dass die Bank noch mehr zu tun habe, sagte Sewing bei einer Branchenkonferenz am Dienstag.

Wir werden weiterhin einen signifikanten Betrag in Technologie investieren, besonders in Systeme zur Bekämpfung zur Finanzkriminalität.

Christian Sewing, Vorstandschef der Derutschen Bank

"Wir werden weiterhin einen signifikanten Betrag in Technologie investieren, besonders in Systeme zur Bekämpfung zur Finanzkriminalität." Sewing hatte dies in den vergangenen Monaten immer wieder angekündigt.

Aufseher schauen genauer hin

Am Wochenende hatten das "Wall Street Journal" und die Nachrichtenagentur Bloomberg berichtet, dass die US-Notenbank bei ihrer jährlichen Bewertung festgestellt habe, dass es bei der Deutschen Bank in Sachen Compliance und Risikomanagement weiterhin Mängel gebe. Möglich seien auch Sanktionen, einschließlich hoher Geldstrafen. Die Deutsche Bank will sich zu den Berichten nicht äußern.

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Vor einigen Wochen hatte das Geldhaus in Deutschland einen Rüffel von der Finanzaufsicht BaFin für Mängel bei der Geldwäsche-Kontrolle bekommen. Die Behörde hatte das Mandat des von ihr eingesetzten Sonderbeauftragten verlängert und ausgeweitet.

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Die Bank hatte daraufhin den Leiter der Geldwäsche-Bekämpfung ausgetauscht. Joe Salama übernimmt heute offiziell die weltweite Leitung der Abteilung zur Bekämpfung von Finanzkriminalität und wird neuer Geldwäschebeauftragte des Instituts. Er folgt auf Stephan Wilken, der in dieser Funktion seit Oktober 2018 bei der Deutschen Bank tätig war und der bald intern eine neue Aufgabe übernehmen soll.

Bislang hat die Bank nach eigenen Angaben in den vergangenen zwei Jahren rund 2 Mrd. Euro für die Geldwäsche-Prävention aufgewendet und das Team zur Bekämpfung von Finanzkriminalität auf mehr als 1600 Mitarbeiter weltweit aufgestockt.

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